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Schauweg, schauweg, schauweg! Ich habe meine Augen geschlossen, stehe an der roten Ampel und hoffe, dass es bald grün wird. Ich habe es eilig und keine Zeit für ein Gemetzel. Hinter mir an der Ecke stehen 3 Wichser in Anzügen und mit beschissenen Burschenschafter Kappen. Ich habe sie im Vorbeigehen aus dem Augenwinkel bemerkt und mein Blutdruck hat sich sofort verdreifacht. Um 13.30 Uhr muss ich diesen Termin wahrnehmen, wenn ich zu spät komme, wäre das echt übel. Ich muss dort pünktlich erscheinen, ich MUSS einfach!
Die gelbe Box an der Ampelstange macht Tock, tock, tock, aber die Scheiß-Ampel bleibt rot.
Ich weiß, dass ich die Hurenkinder massakriere, wenn ich sie auch nur ansehe. Ihre Arschgesichter oder debilen Gesichtsausdrücke werden mir den Rest geben, also versuche ich den Drang zu ignorieren mich umzudrehen, um diesen Schwachköpfen einen Blick zuzuwerfen. Ich höre sie reden. In ihren beschissenen Schwanzlutscherstimmen gackern sie in geschwollenem Hochdeutsch über ihre Witzchen und versuchen sich in Wortspielereien. Alleine deswegen will ich ihnen schon ihre gottverdammten Herzen rausreißen ihnen ihre Arschlöcher mit einem rostigen Skalpell herausschneiden, in heissem Öl frittieren und an sie verfüttern. Ich balle meine Fäuste, ziehe die Schultern hoch und versuche sie zu ignorieren.
Die gelbe Box an der Ampelstange macht Tock, tock, tock, aber die Scheiß-Ampel bleibt rot. Autos zischen vorbei. So ähnlich muss es sich anhören, wenn man versucht durch eine aufgeschlitzte Lufttröhre zu atmen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese Idioten erfolgreich ignorieren kann und meine Termin nicht sausen lassen muss. Das heißt, ich bin mir so lange sicher, bis einer der hirnlosen Schweine auf die Idee kommt, Wörter wie “Nigger”, “Kanacke” oder “Ausschwitz” von sich zu geben. Die anderen lachen darüber.
Ein blutroter Schleier legt sich über meine Augen. Die gelbe Box an der Ampelstange wechselt auf “Tacktacktacktacktack”.
Die. Ampel. Wird. Grün.
Wortlos drehe ich mich um und gehe drei Schritte auf Goebbels, Himmler und Mengele zu. Der erste dreht seinen Kopf gerade zum richtigen Zeitpunkt in meine Richtung – meine Faust fliegt kerzengerade in sein widerliches Gesicht, drückt ihm die Nase knirschend in Richtung Kopfmitte und spaltet seine Oberlippe. Er macht Oooh, dreht sich einmal um die eigene Achse und fällt zu Boden. Sofort drehe ich mich um und nehme mir die anderen zwei vor.
Die stehen wie vom Donner gerührt da und sehen mich ungläubig an. Ich trete dem linken mit voller Wucht gegen das Schienbein. Es zieht ihm beide Beine nach hinten und kreischend landet er kopfüber auf dem Asphalt, wobei sein Kopf ein lustiges Geräusch beim Aufprall macht. Ich stelle mich über das Arschloch und ehe er “Konzentrationslager” sagen kann, habe ich meinen rechten Fuß gehoben und bin ihm dreimal mit voller Wucht auf seinen Hinterkopf gestiegen. Als sein Gesicht das erste Mal den Gehsteig küsst, macht es Glatsch. Beim zweiten Mal macht es Gnaatsch. Und beim dritten Mal hört es sich nur mehr so an, als würde man in einen Haufen Kuhscheiße treten. Ich lasse von ihm ab.
Als ich mich umdrehe, ist der dritte Typ verschwunden. Ich höre seine schnellen Schritte in einiger Entfernung und stelle überrascht fest, dass sich dieses wertlose Stück Scheiße doch tatsächlich aus dem Staub machen will. Ich atme einmal tief ein, und renne los.
Ich kann den Wichser schon beinahe riechen. Sein Angstschweiß hinterläßt eine regelrechte Duftspur. Keuchend dreht sich der Wichser alle zehn Meter nach mir um, während wir die Straße entlanghetzen und ich komme immer näher.
Der rote Schleier über meinen Sichtfeld ist immer noch da. Die ganze Welt hat sich in Blut verwandelt. Als ich den Wichser einhole, trete ich gegen seinen rechten Fuß, wodurch er einen überaus schwulen Purzelbaum schlägt und sein Kinn knirschend im Gehsteig vergräbt. Ich rolle ihn auf den Rücken, setze mich auf seine Brust und packe einen losen, kleinen Pflasterstein, der zufällig neben mir unter einem Verkehrsschild liegt. Seine Augen sehen mich flehend an, geweitet vor Angst. Sein Kinn ist ein Fiasko aus Blut und aufgeschürfter Haut.
Als ich ihm das erste mal ins Gesicht schlage, bricht seine Nase.
Als ich ihm das zweite mal ins Gesicht schlage, platz seine rechte Augenbraue.
Als ich ihm das dritte mal ins Gesicht schlage, kippt seine gesamte untere Zahnreihe nach ihnen und hinterläßt einen blutigen Krater, während ihm die Zähne in den Schlund purzeln.
Ich möchte lachen, aber irgendwie ist mir nicht danach. Ich schlage ihn. Alles, was mir politisch in diesem Land auf die Eier geht, projiziere ich auf diesen Scheißkerl. Ich schlage ihn. Als ich ein Kind war, hatten wir jugoslawische Nachbarn, die mir immer Süßigkeiten mitbrachten. Der Mann wurde eines Nachts von mehreren Skinheads halbtot geschlagen. Ich schlage ihn. Ich denke an Rechtsradikale. Ich schlage ihn. An Burschenschaften. Ich schlage ihn. An all die Scheiße, die nicht passieren würde, wenn dieses wertlose Kollektiv an Abschaum, das sich Menschheit nennt, einfach Ruhe geben und alles akzeptieren würde, was anders ist. Ich schlage ihn solange, bis ich sicher bin, dass es bei seiner Beerdigung keinen offenen Sarg geben wird.
Der rote Schleier verschwindet von einer Sekunde auf die andere. Während ich mich noch frage, wie zum Teufel ich nun meinen Termin wahrnehmen soll, stelle ich fest, dass ich blutbesudelt bin. Ich drehe mich um und lasse den Leichnam des Arschlochs einfach liegen. Stirnrunzelnd gehe ich die Straße entlang und habe das Gefühl, dass sich das alles anders anfühlt als sonst. Ich frage mich gerade ernsthaft, was zum Geier hier abgeht, als mich auch schon mehrere Hände grob packen und auf den Boden stoßen. Innerhalb von Sekunden bin ich von mehreren Polizisten umgeben, die laut herumschreien und von denen mir mindestens die Hälfte ihre Knarre ins Gesicht halten.
Irgendwas ist anders.
Irgendwas ist schief gelaufen.
Ich komme schon noch darauf.
Jede Wette.
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Es ist heiß. Sehr heiß. So heiß, dass man den Schutz seiner klimatisierten Wohnung verlässt und einem Sturzbäche an Schweiß die Arschritze hinabrinnen, ehe man Zeit genug hatte, die Wohnungstür zu versperren. Schweiß, der sich in der Unterhose sammelt und einen widerlichen Fleck auf Arschlochhöhe hinterläßt. Das wird ein übler Tag. Tausende Arschgesichter mit angeschwitzten Arschlöchern warten da draußen!
In meiner Mittagspause habe ich mich der Hitze schon längst hingegeben und versuche mir einzubilden, dass sie mir nichts anhaben kann und dennoch kleben meine Eier an meinem Schenkel wie eine Al Dente Nudel an einer Glasscheibe. Keuchend bewege ich mich von Schatten zu Schatten um der todbringenden Sonne zu entgehen, die jedem Spinner, der verrückt genug ist, sich ihr entgegenzustellen, das letzte Stück Hirn aus dem Kopf frittiert.
Als ich also das Eisgeschäft passiere, an die Hausmauer gepresst wie ein Einschleichdieb, der eine Überwachungskamera austricksen will, gibt es für mich nur eines zu tun. Ich krame ein wenig Kleingeld aus meiner Hosentasche und begutachte die Eissorten, die auf einer Tafel stehen, die seitlich an der Hausmauer angebracht wurde. Ich brauche nur zehn Sekunden um zu wissen, dass ich Sorten wie “Schlumpf”, “Joghurt-Traum” oder “Rosenblüte” links liegen lassen werde. Ein arschgesichtiger, fettleibiger Junge bekommt vor mir eine Eistüte in der Größe einer olympischen Fackel überreicht und grinst von einem Ohr bis zum anderen. In fünfzehn Jahren wird er wohl einem Herzinfakrt erliegen. Ein Arschgesicht weniger.
Ich bin an der Reihe. Die dürre Eisverkäuferin sieht mich gelangweilt an und taucht die Eiskelle in eine kleine, mit verschmiertem Eiswasser gefüllte Schüssel. Es macht Klack, klack, klack.
“Tag. Biddäsähr?”
Ich zeige auf eine kleine Eistüte.
“Diese Tüte mit Erdbeer, Vanille und Schokolade.”
Sie greift sich eine große Tüte mit schokoladeverziertem Rand und vergräbt die Eiskelle im Vanilleeis.
Ich hebe einen Finger und schnalze mit der Zunge.
“Nein, nein. Nicht diese Tüte.” Ich zeige auf die Schokotüte in ihrer verschwitzten Hand.
“Diese Tüte.” Mein Finger wandert zur kleinen Eistüte zurück.
Sie verdreht die Augen, schnauft und stopft die Schokotüte zurück.
“Dann müssän sie sagään!”
Ich höre, wie ein Messer in meiner Hosentasche aufschnappt.
Die Eisdielen-Schnalle schnappt sich die kleine Tüte und vergräbt die Eiskelle erneut im Vanilleeis.
Ich hebe einen Finger und schnalze mit der Zunge.
“Erdbeer, Vanille, Schokolade. In dieser Reihenfolge!”
Sie sieht mich an, als hätte ich ihr gerade in den Schritt gefaßt.
Bitte, tu mir den Gefallen und mach mich dumm an. Bitte! Ein dummer Spruch nur. Geht ganz leicht. Du kannst das. Komm schon.
“Ist nicht ägaal?”, kommt es genervt aus ihrem Mund und schon bin ich über die Gefriertheke gesprungen und habe ihr die Eiskelle aus der Hand gerissen. Sie reisst ihre Augen auf und macht ein stummes O mit ihrem Mund. Ich packe ihren fettigen Haarschopf mit meiner linken Hand und reisse ihren Kopf nach hinten. Ehe sie Stracciatella sagen kann, hab ich die Eiskelle in ihrer Augenhöhle vergraben und unter ohrenbetäubendem Gekreische schabe ich ihren Augapfel aus dem Kopf und werfe ihn ins Eiswasser. Es macht Platsch, das Auge geht kurz unter, nur um Sekunden später wieder an der Wasseroberfläche zu erscheinen. Es dreht sich um die eigene Achse und scheint mal links, mal rechts zu sehen. Ich muss lachen.
Ich lasse die Schnepfe fallen, aus ihrer Augenhöhle sprudelt Blut und sie versucht immer noch, das hohe C zu treffen.
Grinsend stopfe ich die Eiskelle ins Erdbeereis und puhle eine Kugel heraus.
Ich zeige ihr die Kugel Erdbeereis.
“Erdbeer!”
Und stopfe sie in ihre blutige Augenhöhle.
Lachend stopfe ich die Eiskelle ins Vanilleeis und puhle eine Kugel heraus.
Ich zeige ihr die Kugel Vanilleeis.
“Vanille!”
Und stopfe sie in ihre blutige Augenhöhle.
Kichernd stopfe ich die Eiskelle ins Schokoladeneis und puhle eine Kugel heraus.
Ich zeige ihr die Kugel Schokoladeneis.
“Schokolade!”
Und stopfe sie in ihre blutige Augenhöhle.
Gerade, als ich mich nach Eiswaffeln umsehe, die ich ihr als Garnierung ins Eis stecken kann, klingelt mein Handy. Es ist mein Chef, der mich fragt, wo zum Teufel ich so lange bleibe. Ich krieche ihm ein wenig in den Arsch und verspreche, in den nächsten fünf Minuten wieder zurückzusein.
Ich nehme die Eistüte entgegen, die mir das dürre Arschgesicht gelangweilt entgegenhält, zahle dafür und verpisse mich auf die gegenüberliegende Straßenseite. In der prallen Sonne schmilzt das Eis schneller als ich es schlecken kann. Aber das macht mir nichts aus. Während mir Erdbeer, Vanille und Schokolade über die Hand tröpfelt, begutachte ich die Eisverkäuferin und treffe einen Entschluß.
Mit dir bin ich noch nicht fertig.
Ich komme wieder.
Verlaß dich drauf.
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Als ich meine Augen öffne, könnte ich schwören, Gesang zu hören. Kinderstimmen, die mir ein Geburtstagsständchen singen. Scheiße! Schlaftrunken richte ich mich auf und purzle seitlich aus dem Bett. Der Parkettboden ist angenehm kalt, ich presse meine Wange dagegen und bleibe so auf dem Bauch liegen, bis meine Morgenerektion verblüht ist.
Sechsunddreissig. Das ist drei mal so alt wie als ich zwölf Jahre alt war. Oder doppelt so viel wie achtzehn. Als mir unter der Dusche kaltes Wasser auf den Kopf plätschert frage ich mich, wie zum Teufel ich so schnell so alt werden konnte. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich mein erstes Bier getrunken habe. Oder den Wunsch verspürt habe, jemandem mit bloßen Händen das verfickte Herz herauszureissen. Während ich mir die Achselhöhlen einseife, denke ich an all die verstümmelten Menschen, die ich in ihrem Blut, ihrer Kotze und ihrer Pisse liegengelassen habe und muss lächeln.
Als ich die Wohnung verlasse, habe ich mein Handy bereits ausgeschalten. Könnte ja sein, dass mich jemand anruft um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ganz schlechte Idee. Den ganzen Tag lauere ich darauf, dass mich jemand mit einem dämlichen Grinsen ansingt, nur damit ich ihm meine Faust so lange ins Gesicht dreschen kann, bis ich alles zu blutigem Matsch verarbeitet habe. Aber niemand singt.
Stunden, nachdem ich meine Wohnung verlassen habe, schalte ich mein Handy wieder ein und befürchte schon, von unzähligen Geburtstags-SMS überhäuft zu werden. Nichts. Keiner hat eine SMS geschickt. Niemand hat angerufen. Keine Nachrichten auf der Mobilbox. Wenn es nach meinem Handy geht, hat mich die Welt vergessen.
Während der Tag vergeht, denke ich so über dieses und jenes nach. Ich mache mir vor, froh zu sein, dass mir niemand mit schwulen Geburtstagswünschen kommt, oder mir ein kleines Geschenk in die Hand drückt. Drauf geschissen, ich stehe über solchen Dingen. Ich verziehe den Mund zu einem selbstgefälligen Grinsen und klopfe mir selbst auf die Schulter. Ich brauch’ ds alles nicht. Was gibt es schon zu feiern? Man ist älter geworden, der Grube mit den Würmern wieder einen Schritt näher gekommen. In einem Moment flutscht man seiner Mutter aus dem Arsch und in der nächsten Sekunde ist auch schon wieder Schluß und man verabschiedet sich von dieser beschissenen Bühne. Was für eine Verschwendung!
Als ich abends heimkomme, ist meine Stimmung unerklärlicherweise im Keller. Ich knalle eine Tiefkühlpizza ins Backrohr und setze mich auf den Stuhl in der Küche. Während ich drauf warte, dass das Scheißding auftaut, läutet plötzlich mein Handy. Erschrocken zucke ich zusammen und suche mein Telefon. Grinsend mache ich mich bereit, den Anrufer zur Schnecke zu machen, sollte er auch nur eine Sekunde daran denken, mir ein Geburtstagsständchen zu bringen. Ich schnappe mir mein Handy und hebe ab.
“Hallo?”
Nichts.
“Hallo?!”
Schweres Atmen.
“Chhhallo?”
Ich runzle die Stirn.
“Ja? Hallo?”
“Ja. Hier is’ Miro. Ich rufe an wegen Auto.”
Ich überlege.
“Was für ein Auto?”
Papier raschelt im Hintergrund.
“Haben gelesen in Bazar-Zeitung. Verkaufen Bäämääwää fir zwatausend?”
Ich erkläre Miro, dass ich keinen BMW verkaufe und lege auf. Enttäuscht setze ich mich wieder an den Küchentisch. Ein Blick in Richtung Backrohr verrät mir, dass die Pizza noch ein wenig braucht. Und gerade als ich mir überlege, wie ich mich die nächsten 15 Minuten beschäftigen soll, beginne ich zu schluchzen. Es sprudelt aus meinem tiefsten Inneren hervor, ohne dass ich etwas dagegen tun könnte. Tränensturzbäche fließen aus meinen Augen und Rotz rinnt aus meiner Nase. Todunglücklich, ohne zu wissen warum, lasse ich meinen Kopf auf den Tisch sinken, schließe die Augen und gebe mich voll und ganz meinem Kummer hin.
Die Pizza schmeckt ein wenig verbrannt. Die zusätzlichen zehn Minuten konnten ihr aber sonst scheinbar nichts anhaben. Ich habe es mir mit ihr am Fenster gemütlich gemacht, kaue an einem Bissen und sehe auf die Straße hinab. Unter mir wuselt es wie immer. Die einen gehen nach links, die anderen nach rechts, alle haben sie ihre Arschgesichter aufgesetzt und interessieren sich für nichts und niemanden. Der Mensch ist eine bemitleidenswerte Rasse. Ich beginne mir auszumalen wie es wäre, wenn ich den Hurenkindern von meinem Fenster aus Blumentöpfe aus Ton auf ihre Köpfe fallen lassen würde. Aufgeplatzte Köpfe, Hirnmasse, Blut und Knochen. Schön.
Und schlagartig verbessert sich meine Stimmung.
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Rasierklingen. Uns verbindet eine sehr alte Freundschaft. Viele Schlachten haben wir gemeinsam bestritten. Ich würde uns als alte Kumpel bezeichnen. Momentan allerdings befinden sich ganze Horden von diesen kleinen Mißgeburten hinter meiner Stirn und scheinen Pogo zu tanzen. Mein Kopf fühlt sich an, als würde er jeden Moment zerspringen. Ich schleiche mit zusammengekniffenen Augen lahmarschig durch die verschneiten Straßen und knalle mir alle paar Minuten die Faust gegen die Schläfe, damit der Schmerz da drin aufhört. Funktioniert nur bedingt.
Zuhause angekommen, lasse ich Jacke, Schal und Haube an Ort und Stelle fallen und gehe mit zittrigen Beinen und ohne mich auszuziehen, schnurstracks ins Bett. Ich rolle mich in meine Decke ein und beginne, den Rasierklingen Namen zu geben.
- Das ist Nancy, mit dem dicken Lippenstift und Zellulite-Arsch..
- Das ist Jorge, IQ von 10, aber einen Schwanz so dick wie ein Subway-Brötchen..
- Das ist Falbala, zwei Paar Lippen, die dicker nicht sein könnten und riecht nach Majonaise..
- Das ist Olaf, wurde von seiner Lehrerin oral mißbraucht und liebt Orchideen..
Und dann geht die Tür auf und irgendwelche Leute spazieren ins Schlafzimmer. Ein schier endloser Strom von Körpern ergießt sich in den kleinen Raum und alle reden wirres Zeug und machen “Oooh!” und “Aaah!” und “Hihihi!” und “Geh Bitte!”. Ich ziehe mir den Polster über den Kopf, aber der Lärm ist deswegen immer noch nicht besser zu ertragen. Irgendwie schaffe ich es, mich auf den Bauch zu rollen und tatsächlich wieder wegzupennen.
Durch ein langgezogenes Schreien wache ich urplötzlich auf. Die Rasierklingen in meinem Kopf poltern durcheinander und erzeugen dabei ein klirrendes Geräusch, das mir durch Mark und Bein fährt. Ich stelle fest, dass ich eine Erektion habe, mit der man jemandem den Schädel einschlagen könnte. Hart wie Kruppstahl. Vorsichtig linse ich unter meinem Polster hervor und sehe fette Frauen in einer Ecke, die sich gackernd und quietschend über Strap-On-Dildos unterhalten. Eine von ihnen hat den Kopf eines Pudels in ihrem Arsch stecken. Das Drecksviech steckt bis zum Halsband im Anus, stemmt sich mit allen vier Pfoten gegen diese unfassbar schwabbeligen Arschbacken und versucht zappelnd freizukommen. Ich springe auf, packe meinen Schwanz und ziehe ihn der fetten Kuh über den Kopf. Es macht Plonk! und eine klaffende Wunde erscheint augenblicklich. Sie dreht sich um, sieht mich überrascht an und ehe sie ihren dreckigen Mund öffnen kann verschwindet sie mit einem Ploff! in einer Staubwolke direkt vor meinen Augen. Der Pudel in ihrem Arsch fällt, als ihn nichts mehr hält, zu Boden und schaut sich mit kotverschmiertem Gesicht überrascht um, als wollte er sagen “Nageh, ich hätt’ das eh auch alleine geschafft!”. Ich springe vom Bett, nehme Anlauf und trete das Scheißvieh durch das geschlossene Fenster. Während er einige Stockwerke nach unten rauscht, höre ich ihn einen Schlager von Wolfgang Petry singen.
Im Zimmer ist es sehr still geworden. Alle halten inne und sehen mich an, als würden sie darauf warten, dass ich das Buffett für eröffnet erkläre. Ich nutze den Moment und erschlage alle mit meinem erigierten Penis. Es macht Blotsch! und Gink! und Gwaargk! und Tblöötsch! Alle verschwinden in einer Staubwolke und mit der Zeit wird es immer leiser. Schließlich ist da nur mehr das Klirren des Rasierklingen in meinem Kopf, wenn ich den Kopf von einer Seite zur anderen neige. Wie in einer Schüssel voller Kleingeld. Nancy und Jorge und Falbala und Olaf und der Rest scheinen mir zuzujubeln und beglückwünschen mich zur erfolgreichen Reinigung meines Schlafzimmers.
Ich ziehe so lange an meinem rechten Ohr, bis eine Rasierklinge hinausfällt. Ich gebe ihr den Namen Murat und setze mich ganz außer Atem auf mein Bett. Langsam ziehe ich kreisförmige Linien über meinen nackten Unterarm und beginne dabei zu summen.
Das Muster ist wunderschön.
Ich wache auf und liege auf dem Bauch. Als ich mich stöhnend aufsetze stelle ich fest, dass ich tatsächlich eine Erektion habe. Jedoch alles andere als steinhart. Eher halbsteif. Ein Knickemann. Mit dem Ding könnte ich nicht mal eine Delle in ein Stück Butter hauen. Ich hole das Fieberthermometer und stecke mir das Ding in die Ohren. Es piept – 39,5°C und dann piept es noch einmal – 38,9°C. Ich schleppe mich zum Arzneischrank und stecke mir alles an Tabletten in den Mund, von dem ich denke, dass es auch nur im Entferntesten helfen könnte. Scheiß drauf. Als ich mir im Badezimmer Wasser aus der Leitung in den offenen Mund rinnen lasse, fällt mein Blick auf meinen Unterarm und das Muster darauf. Die Schnitte sind bereits verkrustet. Ich starre eine zeitlang darauf und folge den blutigen Linien. Schließlich schnappe ich mir eine frische Rasierklinge und schleppe mich zurück ins Bett.
Ich lege die Klinge auf das Regal neben dem Bett und rolle mich fest in meine Decke.
Murat. Murat ist ein guter Name. Mit 7 Geschwistern, buschigen Augenbrauen und einer Lederjacke mit einem Drachen drauf.
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Es regnet. Stark. Es regnet so stark, dass das verfickte Wasser vom Himmel fällt, am Boden aufklatscht, nach oben spritzt und mich von unten hinauf nass macht. Ich möchte laut aufschreien und kleinen flauschigen Robbenbabies mit einem Buttermesser das schneeweiße Fell von ihren zarten Körpern schneiden. Ich hasse Regen!
Die Schultern bis zum Anschlag hochgezogen stehe ich neben einem Hauseingang, aus dem ständig irgendwelche hässlichen Menschen strömen, denen das beschissene Wetter nicht die Bohne auszumachen scheint. Ich hoffe, dass sie alle in spätestens 2 Jahren an Magenkrebs sterben. Fuck! Meine Augen treten aus ihren Höhlen, als mir ein dicker Tropfen in den nackten Nacken klatscht. Mein Pimmel zieht sich nach innen und mit einem leisen Plop! flutschen meine Hoden in die Bauchhöhle um einen verschrumpelten leeren Sack zurückzulassen, dem, seiner wertvollen Fracht beraubt, nichts anderes übrig bleibt, als an meinem rechten Schenkel kleben zu bleiben. Genug von dieser elenden Scheiße! Ich springe hervor, tänzle auf eine unbeabsichtigt schwule Art und Weise über den Gehsteig, werfe mich vor das nächste Taxi, das sich gerade noch mit quietschenden Reifen viereinhalb Zentimeter vor mir einbremsen kann, drehe mich wie ein Stierkämpfer um die eigene Achse, wirble zur Tür, öffne sie und mache einen Hechtsprung ins Taxi, ehe der Taxifahrer ein “Jebemu Bitschku Materina!” von sich geben kann.
“Ey, Kolega! Was machen?”
Ich blinzle mir Regen aus den Augen und schaue den Taxifahrer fragend an. Er deutet mit seinem verschwitzten, dreckigen Händen aus der Windschutzscheibe.
“Springen vor Auto.. das nix! Kolega, das nix!”
Irgendwie nehme ich an, dass er mich dumm anmachen will, weil ich vor sein Auto gesprungen bin. Ich beschließe, nicht näher drauf einzugehen. Scheiß drauf! Ich deute mit dem Zeigefinger nach vorne, und will ihm meine Adresse zurufen, als er mir ins Gemächt fährt.
“HE! KOLEGA! VERSTEHEN DEITSCH!?”
Ich spüre, wie sich die Nässe ihren Weg durch meine Kleidung bahnt. Bald werde ich sie auf meiner Haut spüren und meinen verfickten Verstand verlieren. Irgendwo hinter meiner Stirn beginnt es zu knistern. Ohne auf seine Frage zu antworten, hebe ich erneut die Hand um ihm die Zieladresse zu verklickern, als er sich schnaufend umdreht, die Fahrertür öffnet und aussteigt. Schimpfend geht er um den Wagen herum, ehe er vor meiner Tür steht und Anstalten macht, sie zu öffnen. Im letzten Moment schnappe ich mir den Griff an der Innenseite und halte ihn fest. Er sieht mich verblüfft an, stößt einige Flüche auf serbisch, kroatisch oder von mir aus montenegirsch aus und versucht mit aller Kraft die Tür aufzuziehen. Wie zwei mongoloide Schwachköpfe, die sich um einen Maiskolben streiten, zerren wir eine zeitlang an der Tür herum, ehe ich einfach loslasse, die Tür auffliegt und vom Gesicht des Taxifahrers mit einem Geräusch gestoppt wird, das sich genauso anhört wie wenn man mit einem Stiefelabsatz in eine Horde tollwütiger Nacktschnecken steigt. Ich bin hin und hergerissen zwischen hyterischem Lachen und sofort an Ort und Stelle den Egg McMuffin auskotzen, den ich mir heute morgen genehmigt habe. Ich schließe die Augen, atme einige Male durch und steige schließlich vollkommen gelassen aus dem Taxi. Ruhig wie eine Hindu-Kuh.
Der Taxifahrer liegt auf dem Rücken. Seine Gesicht ist nur mehr blutiger Matsch, es scheint, als hätte ihm die Tür die Nase püriert und alles was an Knorpel und Knochen im Weg stand, Richtung Schädelinnenseite geschoben. Ich steige über ihn drüber und beschließe, einfach aus dem Staub zu machen. Dann überlege ich es mir anders, mache kehrt und trete ihm mit voller Wucht gegen die Eier. Sollte er den Kuss mit der Autotür überleben, möchte ich ihm ein weiteres Souvenir mitgeben. Es klingt lustigerweise wie ein Furz. Lachend drehe ich mich um und gehe die Straße entlang. Der Regen hat von einer Sekunde auf die nächste aufgehört und obwohl meine Kleidung immer noch nass ist, fühle ich mich plötzlich so lebendig wie noch nie.
Ich beginne “Somewhere over the rainbow” zu pfeifen, stecke die Hände in meine Hosentaschen und spaziere ohne genaues Ziel in Richtung Innenstadt.
Scheiß Taxifahrer. Konnte die Arschgeigen noch nie leiden.
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Mein Magen knurrt. Hungrig, wie ein Puma, überfalle ich den nächsten Radatz und bestelle mir eine Fleischlaberlsemmel mit Senf. Zwiebelsenf. Nicht den Tubenscheiß. Eine fettärschige Verkäuferin mit irgendeiner grünen Scheiße zwischen ihren Zähnen bereitet gedankenverloren die Semmel zu, packt sie ein und nimmt wortlos mein Geld entgegen, ehe sie sich irgendwo nach hinten verpisst um sich vermutlich weitere grüne Scheiße in ihr Arschgesicht zu schaufeln. Wieso zum Geier können die in diesen Dreckshütten nicht mal gutaussehende Frauen einstellen? Kopfschüttelnd schnappe ich mir meine Semmel und verpisse mich.
Der Duft bringt mich um den Verstand. Ich packe die Semmel aus, zerknülle das Papier und werfe es achtlos auf den Gehsteig. Ein prüfender Blick unter die Semmelhaube bestätigt: 1A Fleischlaberl mit Zwiebelsenf. Als ich die perfekt geschnitte Zwiebelteile im Senf erblicke, bekomme ich eine halbe Erektion. Sturzbäche an Speichel ergießen sich aus meinen Drüsen und ich drohe zu ertrinken. Ich schlucke ein Maulvoll Spucke, öffne meinen Mund um in die Semmel zu beißen und bemerke erst jetzt das angewiderte Gesicht von diesem Wichser, der drei Meter neben mir steht und auf den verfickten Bus wartet.
“Is’ was?”
Er sieht weg. Ich sehe ihn weiter an. Er sieht wieder her.
“Was is’?”
Er verzieht erneut angewidert das Gesicht und sieht weg. In meinem Kopf beginnt es zu donnern.
Ich mache einen erneuten Versuch von der Semmel abzubeißen, lasse den Hurensohn dabei aber keine Sekunde aus den Augen. Gerade als ich meinen Mund öffne, sieht der Wichser wieder her und schüttelt den Kopf.
“Leichenfresser.”
Ich bin mir ziemlich sicher, dass er das gesagt hat. Innerhalb einer Sekunde habe ich ihn durschaut. Widerliches Mama-Kind, welches das halbe Jahr barfuß durch die Stadt läuft, daheim Räucherstäbchen anmacht, seinem Obst vor dem Verzehr für seine Existenz dankt, nach dem Ficken weint, seiner Mutter jedes Wochenende Blumen bringt, bei Lagerfeuer-Sessions ein Lied auf der Gitarre anstimmt, sein halbes Gehalt für den WWF, die Peta, Greenpeace und die verfickten vier Pfoten ausgibt, auf dicht behaarte Muschis und Achselhöhlen steht, Seife, Shampoo und Nagelschere für eine Erfindung Luzifers hält, sich den Arsch nach dem Scheißen aber dennoch mit Evian Mineralwasser auswäscht, beim Betrachten von Blumenbeeten leise und verzückt vor sich hinsummt, dem noch nie in seinem Leben einen Kraftausdruck ausgekommen ist und der das letzte mal vor 24 Jahren Fleisch gegessen hat. Ein verfickter Vegetarier/Veganer!
Er sieht zur Seite, als ich auf ihn zuspringe. Er kreischt wie eine Volksschülerin und reisst seine widerliche Scheißfresse dabei so weit auf, als wollte er einen Medizinball verschlucken. Gleichzeitig lässt er seine Tasche fallen, aus der allerlei Büroutensilien und Papier fliegen. Meine rechte Faust, mit der Semmel, knallt in seinen offenen Mund und ich ramme ihm die Fleischlaberlsemmel bis zum Anschlag in seinen verfickten Schlund. Gurgelnd geht er zu Boden, ich setze mich lachend auf seine Brust. Nachdem ich ihm ein paar auf die Fresse gegeben habe, bemerke ich eine Heftmaschine neben seinem Kopf. Mann, heute ist mein Glückstag!
Ich schnappe mir das Ding, dresche ein paar mal auf sein Gesicht ein, bis er halbohnmächtig ist, schnappe mir seine Lippen, kneife sie in der Maschine ein und los geht der Spaß!
Tack! Er reisst seine Augen auf und quietscht.
Tack! Brocken von blutigem Faschiertem kullern aus seinen Mundwinkeln.
Tack! Er versucht sein widerliches Scheißmaul zu öffnen um schreien zu können, aber die Klammern haben sich tief in seine Lippen gegraben und reissen das Fleisch ein, als er es dennoch weiter versucht.
Tack! Ich verpasse seiner Zungenspitze eine Klammer, als der Idiot den Fehler macht und sie seitlich aus einer verbliebenen Öffnung schiebt.
Lachend werfe ich die Heftmaschine weg und bleibe auf seiner Brust sitzen, während er mit der Erstickungstod kämpft. Er würgt, hustet, rollt mit den Augen und währenddessen blubbert blutiger Schaum aus seinen Mundwinkeln, begleitet von dem Geruch gebratener Fleischlaberl. Ich ohrfeige ihn links und rechts, stehe schließlich auf und trete ihm in den Bauch, als er sich nicht mehr rührt.
Daheim angekommen gehe ich zum Kühlschrank. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich nichts nennenswert Essbares darin befindet, aber vielleicht hat sich ja eine magische Küchenfee erbarmt und ihn randvoll mit Nahrungsmitteln vollgestopft. Kalter, saurer Geruch schlägt mir entgegen, als ich die Tür hoffnungsvoll öffne und ich schließe sie rasch, ehe ich mir die Seele aus dem Leib kotze. Küchenfee my ass.
Mit knurrendem Magen lasse ich mich auf mein Bett plumpsen und schließe meine Augen. Wenn ich schon nicht essen kann, dann träume ich eben davon.
Von Schnitzeln. Und Steaks. Und Spareribs. Und Fleischlaberln. Mit Senf. Zwiebelsenf. Nicht den Tubenscheiß.
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Im elften Stock. Diese verfickte Firma hat ihr Büro im elften Stock! Himmelherrgottleckmichamarschverdammtnochmal! Als ich das Gebäude betrete, ahne ich bereits, dass ich den Job nicht bekommen werde. Ich weiß es, weil ich mich soweit oben nicht gut fühlen werde. Im elften Stock. Weil ich ständig zum Fenster hinüberlinsen werde anstatt darauf achten, was mich diese Schwachköpfe beim Interview fragen.
Der elfte Stock. Das sind mindestens dreissig Meter. Oder vierzig. Fuck!
Ich gehe zum Lift und bleibe stehen. Nachdem ich einen Rundherumblick gewagt habe, stelle ich fest, dass es kein Stiegenhaus gibt. Nachdem ich mehrere Minuten lang das gesamte, verfickte Erdgeschoß abgesucht habe, gebe ich auf. Was für eine elende Kacke! Wenn es in diesem Haus brennt, werden alle Idioten hier drinnen erbärmlich verbrennen! In Gedanken gehe ich die Punkte durch, die für den Job sprechen. Als ich mir mit dem ersten Punkt das ungefähre Gehalt vorsage, bin ich auch schon wieder überzeugt. Ich elende Nutte!
Schwitzend drücke ich den Knopf des Aufzugs und warte bis das Scheißding ankommt. Ding! Tür gleitet auf. Hereinspaziert! Gott, ich hasse diese abgefuckten Todeskisten!
Als ich einsteige, bemerke ich einen glatzköpfigen Schlipsträger, der sich in die Ecke gedrängt hat und mir aus kleinen Rattenaugen abfällige Blicke zuwirft. Ich will ihm sofort seine gottverdammten Augen mit einem Eispickel aus seiner Visage entfernen und ihm in seine blutigen Augenhöhlen pissen. Der Wichser kommt vermutlich aus der Garage, er hält einen Autoschlüssel mit einem VW-Anhänger in der Hand.
Ich atme durch und steige ein. Als ich mich zur Seite drehe um die 11 zu betätigen stelle ich fest, dass das Gebäude über dreissig Stockwerke verfügt.
Dreissig! Heiligescheißefickmichindenarsch! Das sind mindestens hundert Meter! Oder mehr!
Während ich überlege, gleitet die Lifttür mit einem schleifenden Geräusch zu und die Kiste fährt los. Das Rattengesicht glotzt mich unverhohlen an. Ich ertrage seinen Blick nicht. Und dann beginnt er auch noch mit seinem Schlüsselanhängr zu klimpern. Schirrschirrschirr!
Ich blicke auf die Digitalanzeige, die besagt, in welchem Stock man ist. Im ersten?! Keuchend hebe ich meine zitternde Hand und drücke auf die Elf, die zu leuchten beginnt.
Schirrschirrschirr!
Ich lehne mich mit dem Rücken zu dem Arschloch an die Liftwand und versuche, nicht zu hyperventilieren.
Schirrschirrschirr!
Das Geräusch treibt mich in den Wahnsinn! Ein Blick auf die Anzeige sagt mir, dass wir im Schneckentempo auf den vierten Stock zurasen. Wenn das so weitergeht, bin ich in zwanzig Minuten im elften Stock!
Schirrschirrschirr!
Schweiß tropft mir von der Stirn, als ich den Kopf senke. Höraufhöraufhöraufhöraufhöraufhöraufhöraufhöraufhörauf….
Schirrschirrschirr!
Hölle! Und! Verdammnis!
Langsam drehe ich mich um und reisse dem Arschloch den Schlüsselbund aus seiner fetten Hand. Er sieht mich mit seinen widerlichen Scheißaugen fragend an und macht “Uäh?”. Der Schlüssel seines VW hat an der Seite einen Knopf und als ich drauf drücke, schießt der Schlüsselbart seitlich hervor und rastet ein. Ha!
Ich packe ds Schweinegesicht im Genick und wuchte ihm mehrmals mein Knie in die Weichteile. Es fühlt sich an wie wenn man gegen eine riesige gefüllten Krautroulade tritt. Er macht Oi und Ai und Uff und als ich mir sicher bin, dass ich seine verfickten Hoden zu Nussmus verarbeitet habe, packe ich ihn am Kragen, drücke ihn hoch, presse seinen Kopf gegen die Kabinenwand und beginne wie verrückt mit dem Schlüssel auf sein Arschgesicht einzustechen. Der Schlüssel ist ein voller Erfolg! Er gräbt sich durch Haut, Fleisch und Augen, als wäre alles aus Knetmasse. Blut sprudelt aus diversen Löchern und als alles nur mehr aus rot-matschiger Masse besteht, hole ich seitlich aus und ramme dem Hurensohn seinen Schlüssel volles Rohr in sein verficktes Ohr, in dem er schmatzend hängenbleibt.
Schirrschirrschirr! Ding!
Ich öffne die Augen. Die elf blinkt! Nichts wie raus hier! Als ich aus dem Lift torkle, fühlen sich meine Beine an wie Gummi. Langsam drehe ich mich um und sehe den widerlichen Glatzkopf geradenoch hämisch grinsen, ehe sich die Lifttür schließt. Ding!
Da stehe ich nun im elften Stock und als ich den Gang entlangblicke, stelle ich erschüttert fest, dass ich, der Helligkeit nach zu schließen, mindestens zehn Meter Glaswand passieren muss, ehe ich an der Bürotüre anläuten kann. Keuchend presse ich mich gegen die Wand und versuche, mein Herzrasen in den Griff zu bekommen. Als es mir nicht gelingt, beginne ich verzweifelt zu schluchzen. Langsam rutsche ich an der Wand herab, bis ich auf meinen Fersen sitze. Das Schluchzen wird zu einem Weinen, das auf meinem tiefsten Inneren kommt. Ich lasse es einfach laufen.
Ich ignoriere die Stimmen.
Ich ignoriere die Hände, die mich betatschen.
Ich ignoriere die Schritte.
Und irgendwann kann ich wieder normal atmen.
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Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
Ich rutsche zum wiederholten Male mit der Rasierklinge ab und sie gräbt sich mit einem schmatzenden Geräusch in meinen Unterarm. Das von mir sorgfältig mit Kugelschreiber vorgezeichnete, geschwungene Muster verschwindet in einem Fiasko aus rot. Ich schließe meine Augen und ein langgezogener Schrei formt sich in meiner Kehle, bereit, meinem weit geöffneten Mund in Schallgeschwindigkeit zu entweichen.
Ich bringe diesen verfickten Rasenmähertypen um!
Mit einer um meinem Kopf Sirtaki tanzenden Krone aus blitzenden Rasierklingen wische ich mir meinen blutigen Unterarm mit einem Küchentuch ab, springe zum Küchenfenster und stoße beide Flügeln so kräftig auf, dass sie auf die Fassade knallen und Verputz nach unten bröckelt. Da unten fährt diese Mißgeburt den Scheißrasenmäher spazieren und pfeift dabei. Er pfeift! Ich will ihm sofort seine gottverdammte Halsschlagader aufbeissen!
Während ich vor Wut langsam den Verstand verliere, findet dieser Dialog statt:
“He, du Arsch!”
“He, was? Arsch?!”
“Ja, Arsch! Du Arsch!”
“Was is’?”
“Ja, was, du Arsch?!”
“Spinnst?”
“He, hörst du endlich mit dem Scheiß auf?!”
“He, die haben’s in den Kopf geschissen, oder?”
“He, du Wichser, stell diese verfickte Maschine endlich ab, sonst..”
“Sonst was?!”
“Fick dich!”
“Fick du dich doch!”
“He, ich schwör’ dir, ich mach dich alle!”
“Leck mich, du Wichser!”
“Leck du mich doch!”
“Jaja, geh scheißen!”
“Du Hurenkind, stell diesen Scheißapparat ab!”
“Alter, du kannst mich mal!”
“He, ich sag’s dir…”
“Ja, was denn?”
“Echt jetzt..”
“Leck mich!”
“Was?!”
“Ja was denn?!”
“Was was? Was is’ jetzt?!”
“Was soll sein? Was denn?”
“Ja was? Lass den Scheiß, sonst komm’ ich runter!”
“Na, komm doch runter!”
“DU! ARSCH!”
“Ach, fick dich doch!”
“STELL! DIESEN! SCHEISS! APPARAT! AB!”
“Was is’? Der Rasenmäher is so laut! Was?!”
Dann wird die Welt schwarz. Wie in einem Vorspann blenden Standbilder ein und aus und wechseln sich ab. Als würde ich mir einen Film ansehen in dem ich selber vorkomme.
Ich sehe mich selber im Stiegenhaus, wie ich die Stiegen herunterhetze.
Wie ich die Höftüre auftrete, das Glas in der Tür zerbirst unter meinem Tritt, Scherben segeln funkelnd durch die Luft.
Wie der Rasenmähermann auf mich zugeht, die Faust erhoben.
Wie ich ihm in die Eier trete und nebenbei bemerke, dass eine Sprinkleranlage neben mir im Betrieb ist.
Wie sich die Spitze der Sprinkleranlage in seinen Anus gräbt, nachdem ich ihm die Hose runtergezogen habe und ihm seine Eingeweide mit Wasser vollpumpt.
Wie ich mit dem Rasenmäher heranfahre, ihn umdrehe und genau vor dem Schwachkopf positioniere.
Wie ich seine Drecksvisage an den Haaren hochhebe und sein Arschgesicht in die kreisenden Rotorblätter drücke.
Wie sich mein lachendes Gesicht blutrot verfärbt, Knochensplitter sich in meine Wangen graben und Fleischfetzen gegen mein Gesicht klatschen.
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
Seufzend und vor Wut nahezu ohnmächtig, verlasse ich den Raum und gehe ins Vorzimmer. Da höre ich diesen Teufelsapparat wenigstens nicht so stark. Blut rinnt an meinem Unterarm herab und mir fällt ein, dass ich die Rasierklinge noch in der Hand halte. Langsam rutsche ich an der Wand herab und halte mir den Arm vors Gesicht. Nachdem ich einen Blick auf mein Kunstwerk gerichtet habe, fahre ich seufzend fort zu retten, was noch zu retten ist.
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Scheiß auf die Ubahn. Tausende Arschgesichter die dich dumm ansehen und nach Scheiße stinken. Ich habe beschlossen, nur mehr autozufahren. Egal wohin. Umweltverschmutzung? Drauf geschissen! Abgase? Drauf geschissen! Ozonloch? Drauf geschissen! Mit ein wenig Glück schaffe ich es auch bei jeder Fahrt irgendeine Dreckstöle zu überfahren, die von ihren alzheimerverseuchten, schiefarschigen Besitzern nicht rechtzeitig an ihren Hundeleinen in Sicherheit gebracht werden. Es macht Blörp, die senilen Schwachköpfe gehen noch ein paar Schritte, wundern sich kurz, warum kein Widerstand mehr zu spüren ist und zerren dabei ein felliges Etwas, aus dem Blut und Eingeweide hängen, hinter sich her. Lustig!
Als ich mich meinem Auto nähere, bemerke ich einen Parksheriff, der daneben steht und irgendetwas in seinen Block kritzelt. Zehn Schritte weiter stelle ich fest, es ist eine Frau. Ein Duttelsheriff. Ich hasse diese elenden Schlampen.
Ich stelle mich neben sie und frage, was sie da macht.
Sie sieht mich nicht an und fragt mich, ob das mein Auto ist.
Ich frage sie, was wäre, wenn es so wäre.
Sie sieht mich nicht an und meint, dann wäre wohl ich derjenige, der den Erlagschein einzuzahlen hätte.
Ich frage sie, von welchem verfickten Erlagschein sie da redet.
Sie sieht mich grinsend an, steckt einen Erlagschein in eine Folie, wedelt damit vor meiner Nase herum und verkündet stolz, dass sie diesen Erlagschein meint, den ich bei der Bank einzuzahlen habe, weil mein Parkschein vor exakt vier Minuten abgelaufen ist.
Die Welt wird rot.
Als ich ihr meine Stirn mit voller Wucht gegen ihre Nase donnere, macht sie Ungk! und taumelt ein paar Schritte rückwärts, während sich ein roter Sturzbach aus ihren Nasenlöchern auf den Gehsteig vor ihr ergießt. Sie greift sich ungläubig an die Nase und ehe sie Gelegenheit bekommt loszuschreien, stimme ich “Ein bißchen Spaß muss sein” von Roberto Blanco an, packe sie an den Schultern, drücke sie nach unten und knalle ihr mein Knie erneut in die Fresse. Es klingt wie wenn man einer alten Frau mit einer schlaffen Faust zwischen die Beine boxt. Das Geräusch ist irgendwo zwischen Futschas und Rülpser anzusiedeln. Ich singe lachend weiter.
Als sie am Boden liegt, packe ich sie an ihren Haaren und schleife sie zum Heck meines Wagens. Mit schlaffen Händen versucht sie meinen eisernen Griff zu lösen, aber keine Chance. Ich ziehe sie bis zum Auspuff, drehe ihren Kopf und wuchte ihre Fresse gegen das Metall. Zähne knacken und an mehreren Stellen platzt die Haut auf. Ein schrilles Kreischen ertönt, ich stelle fest, dass sie dieses nervige Geräusch von sich gibt, nutze die Gelegenheit, stehe auf, hole aus und trete ihre Drecksvisage mit voller Wucht gegen den Auspuff. Ich höre, wie ihr Kiefer ausgerenkt wird, als sich die rußige Öffnung mit einem schmatzenden Geräusch in ihren Rachen gräbt. Ein Schwall Blut, Kotze und Spucke plätschert aus diversen Öffnungen um ihren Mund herum und eine zeitlang klingt es so, als würde sie die kubanische Nationalhymne grunzen. Ich gehe neben ihr in die Hocke, beobachte sie kurz, wie sie meinem Auto einen bläst und schüttle lachend den Kopf.
Daheim angekommen knalle ich das Einkaufssackerl auf den Tisch und befestige danach den Erlagschein mit einem Magneten auf dem Kühlschrank.
Ich hätte der Mistkuh weh tun sollen. Also.. noch mehr weh, als ich es ohnehin getan habe. Vier Minuten. Immer noch zitternd vor Wut hole ich mir eine Rasierklinge aus dem Badezimmer und setze mich damit an den Küchentisch.
Zwanzig Minuten später ist mein Unterarm ein blutiges Chaos.
Aber in meinem Kopf herrscht Stille.
Absolute Stille.
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Ich hasse euch. Ich hasse euch. Ich hasse euch.
Egal, wo ich hinsehe, überall Arschgesichter. Manche mögen etwas besser aussehen als andere, hübscher sein, gepflegter sein, fröhlicher dreinsehen, freundlicher dreinsehen – Arschgesichter sind sie dennoch!
Ich befinde mich in der U4 Richtung Heiligenstadt. Es ist schwül, ich muß kacken, meine Boxershort ist mir in die Arschritze gerutscht und weigert sich tapfer diese verschwitzte, klebrige Bucht wieder zu verlassen, mein Shirt klebt mir am Körper und im gesamten Ubahnwagen schwebt ein leichter Scheißegeruch. Irgendwo brabbelt ein Kleinkind, ich könnte schwören, dass sich die kleine Ratte absichtlich in die Hosen geschissen hat, nur um mir das Leben schwer zu machen.
Die Ubahn bleibt stehen. Landstraße. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Ich habe mich neben einen Eingang gedrängt und halte dort tapfer die Stellung. Ein besoffener Bauarbeiter mit einer Spongebob Kappe steht neben mir und stinkt mir die Hucke voll. Nachdem er seinen unfassbar widerlichen Körper nicht unter Kontrolle hat, stößt er mich hin und wieder an, dreht sich in meine Richtung, grinst mich debil an, brabbelt was auf polnisch und dreht sich wieder weg. Ich will ihm sein Herz mit einem Plastik-Eislöffel von Eskimo aus seinem verfickten Brustkorb schneiden und ihm in seinen von Winterkirschen verfilzten Anus stopfen.
Die Ubahn bleibt stehen. Schwedenplatz. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Normalerweise gehe ich zu Fuß. Es muss schon etwas außergewöhnliches passieren um mich dazu zu bewegen Ubahn zu fahren. Wie zum Beispiel ganz furchtbar böse kacken zu müssen. Ich wußte, die japanische Nudelsuppe zu Mittag war eine schlechte Idee. Mir hängt die Zungenhaut in Fetzen aus dem Mund, mein Magen schmerzt und in meinen Eingeweiden brodelt es wie in Gundel Gaukeleys Kessel. Ich muss echt schleunigst heim. Langsam beginne ich mich zu fragen ob es nicht vielleicht ich bin, der diesen schleichenden Scheißegeruch von sich gibt. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und schnüffle über meine Schulter. Alles im grünen Bereich. Ich atme flach weiter und merke wie sich die ersten Schweißtropfen auf meiner Stirn bilden.
Die Ubahn bleibt stehen. Schottenring. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Verkrampft halte ich mich an einem Griff fest und blicke jedem in meinem Umfeld herausfordernd und mit gerunzelter Stirn ins Gesicht. Keiner wagt es, mich anzusehen. Ihr elenden, wertlosen, nichtznutzigen Scheißkreaturen! Wenn auch nur einer von ihnen den Mumm hätte mich anzusehen, würde ich ihn zerfetzen. Eine alte Frau macht schließlich endlich den Fehler mir, nachdem mein Bauch sich wieder bemerkbar gemacht hat, einen mißmutigen Blick zuzuwerfen. Ich packe sie an ihrem grauen Haarschopf und drücke sie mit voller Wucht gegen die Scheibe der Ubahn-Tür. Ich muss sie ein paar mal mit dem Gesicht voran ins Glas stoßen, ehe es zerbirst. Ich drücke ihren Hinterkopf fest gegen die vorbeihuschende Tunnelwand, die sich knirschend Stück für Stück in ihr Gesicht fräst, bist der Zug schließlich langsamer wird und in die nächste Station einfährt.
Die Ubahn bleibt stehen. Rossauer Lände. Arschgesichter steigen aus, noch mehr Arschgesichter steigen ein.
Noch eine Station. Eine noch. Die nächste muss ich raus. Dramen spielen sich in meinem Untrekörper ab. Hunderte auf einmal. Jedesmal, wenn feurig heisser Durchfall durch eine meiner Darmschlingen flitzt, macht mein Bauch Grugrugru und Bulubulubulu. Ich halte es kaum noch aus. Die Hurenkinder in diesem Zug machen mich verrückt. Alle stinken, schwitzen, pissen und scheissen. Irgendjemand läßt einen lauten Furz. Weiß der Teufel, was daran so lustig ist, ich fange hysterisch an zu lachen. Schweiss rinnt mir in Bächen den Rücken hinunter. Ich presse meine Arschbacken so fest zusammen wie ein Hetero in seiner ersten Nacht im Schwulenknast, schließe meine Augen und beginne mein Mantra aufzusagen. Nur noch eine Station. Nur noch eine Station. Nur noch eine Station…
Die Ubahn bleibt stehen. Friedensbrücke.
Ehe eines der Arschgesichter einen Move machen kann, bin ich durch die Tür und bewege mich, so schnell es mein Unterleib zuläßt, in Richtung Rolltreppe. Ich muß dabei ein einigermaßen seltsames Bild abgeben, denn meine Knie streifen bei jedem Schritt aneinander, weil ich die Arschbacken so fest zusammenpresse und den Arsch, den hab ich sowieso rausgedrückt, als wäre ich auf Partnersuche. Langsam bewege ich mich hoch in Richtung Ausgang. Von dort ist es nur mehr ein Katzensprung zu mir nach Hause.
Als ich durch die Schwingtür trete, taucht seitlich dieser Schlipsträger auf. Die Sorte, der ich ungeschaut den Kopf abschneiden würde. Rosa Hemd, Gelfrisur, Scheißgesicht. Ich sehe ihn nicht kommen, er steht plötzlich in der Tür und da er knapp 20cm größer ist als ich, rempelt er mich zur Seite, als wär ich eine aufblasbare Fickpuppe, grunzt irgendeine lahmarschige Entschuldigung in meine Richtung und will die Stiegen zur Ubahn runterlaufen.
Ich springe ihn von hinten an und bringe ihn so zu Fall. Als ich mich auf seinen Rücken setze, bemerke ich, dass seine Aktentasche aufgegangen ist. Einige Gegenstände liegen verstreut in der Gegend herum. Ich schnappe mir einen Parker Kugelschreiber (schwarz), drehe den Wichser herum und ehe er den Mund aufmachen kann um mir wieder etwas entgegenzugrunzen, ramme ich ihm den Kugelschreiber von unten seknrecht nach oben ins Kinn. Die Spitze dringt ein und bohrt sich von unten durch sein Fleisch. Als der Wichser schreien will, sehe ich die Spitze des Stiftes aus der Mitte seiner Zunge ragen. Ich lache laut und ziehe ihn hinaus. Ein Schwall Blut färbt sein schwules rosa Hemd dunkel und ich bearbeite nacheinander seine Augen, seine Nasenlöcher und beende das Trauerspiel schließlich, in dem ich ihm den Kugelschreiber seitlich mit voller Wucht in sein Ohr ramme. Er macht Unck!, bäumt sich auf und rührt sich schließlich nicht mehr.
Ich stehe vor der Ubahnstation. Immer noch strömen Arschgesichter in Richtung Ubahn und retour. Der Rempler dürfte das berühmte letzte Tröpflein gewesen sein. Während ich spüre, wie mir die heiße Sauce die Hosenbeine herabrinnt, tripple ich langsam heimwärts und schwöre mir hoch und heilig und unter Tränen, dass ich die nächsten Schlipsträger die mir über den Weg laufen, massakrieren werde. Auf furchtbar bestialische Art und Weise. Es wird Schmerzen geben. Es wird Blut geben. Und, mein Gott, wird es Geschrei geben. Ich werde mich an ihrem Gewimmere ergötzen und ihnen lachend Holzpflöcke in ihre verfickten Herzen rammen um danach…
Ein heftiges Rumpeln in meinen Eingeweiden erschüttert meinen ganzen Körper. Fuck!
Fluchend beschleunige ich meinen schwulen Trippelschritt und sehe zu, dass ich heimkomme.
Die Schlipsträger werden wohl warten müssen.
Dann krieg ich euch eben das nächste mal.
