Vienna Badass – Aus dem Leben eines Misanthropen


Ort: Stiegenhaus Opfer: Nachbar, Verletzung: Mund/Nase/Zähne/Zunge, Weapon of Choice: Boden
10. Mai 2009, 20:51
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Es klingelt an der Tür. Ich halte inne, drehe die Lautsprecher meines PCs ab, aus dem grad lustvolles Keuchen dringt, ziehe meine Hose hoch und schleiche wie ein Kapuzineräffchen zur Tür um kurz drauf mein Auge in den Spion zu halten.

Da steht eine junge Frau.

Ich überlege kurz, ob ich sie kenne. Normalerweise würde ich an dieser Stelle etwas abfälliges durch dir Tür von mir geben und dem Störenfried raten, er möge sich verpissen, ehe ich da rauskomme und ihm seine gottverdammten Beine breche. Aber irgendwas hält mich davon ab. Warum geht sie nicht weg? Langsam fummle ich am Türschloß herum, öffne die Tür und erkenne eine Zehntelsekunde zu spät, dass ich noch eine, zwar im Verblühen befindliche, aber dennoch unverkennbar gegen meine Hose stehende, Erektion habe. Zu spät. Drauf geschissen.

Sie sieht gut aus. Echt. Etwas kleiner als ich, blondes, kurzes Haar, Sommersprossen, niedliche kleine Titten, blaue Augen und irgendwie ein verschmitztes Lächeln im Gesicht. Ich mag mich auf der Stelle auf ihr Gesicht setzen und ihr meine Hoden in den weit geöffneten Mund baumeln lassen.

“Hallo. Entschuldige die Störung..” Ihr Blick wandert nach unten auf meinen Schritt und sie grinst unverschämt.

Ich bringe lediglich ein lahmarschiges “Hmnjawasdenn.. ja?” zustande und strecke automatisch meinen Arsch hinten raus. Soll eigentlich die Spannung von meiner Vorderseite nehmen, sieht aber dummerweise eher so aus, als müßte ich voll böse scheißen.

“Ich bin Sonja. Grad nebenan in die leere Wohnung eingezogen.”

Ich erinnere mich an eine Episode mit einem jugoslawischen Bauarbeiter und einem Bohrer und beginne zu lächeln.

Sonja glaubt, mein fröhliches Gesicht gelte ihr lächelt freundlich zurück.

“Ich wollte eigentlich nur mal Hallo sagen und meine Nachbarn kennenlernen.”

Ich hebe meine rechte Hand und sage “Hallo”. In meiner Hose pocht es unangenehm. Verdammt, ist die niedlich! Sie trägt ein weißes Top und als ich meine Augen etwas zusammenkneife muß ich feststellen, dass sie nicht mal einen BH trägt. Wo zum Teufel sind ihre Nippel?!

“Wenn du Zeit und Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du morgen Abend bei meiner Housewarmingparty vorbeischauen würdest.”

Ich frage mich, ob sie beim Sex laut ist und weiß jetzt schon, dass ich da morgen, gegen meine Prinzipien verstoßend, bei ihr vorbeischauen werde. Vielleicht kann ich sie betrunken machen und ein wenig in ihr rumstochern. Das wär’ sicher lustig. Irgendwie wird mir bei diesem Gedanken ganz warm ums Herz und dann kommt auf einmal dieses arschgesichtige Hurenkind um die Ecke, das ganze Gesicht voller Haare wie eine widerliche Mischung aus Affe und Esel, grinst von einem Ohr zum anderen, packt Sonja am Arsch, drückt sie an sich und hält mir seine linke Hand hin.

Seine! Linke! Hand! Die Arsch-Hand! Die böse Hand!

“Hi! Peter! Und du bist?”

Ich bin der, der einen Schritt Anlauf nimmt und dem Wichser seinen rechten Fuß zwischen die Beine donnert.

Ich bin der, der ihm das Knie von unten gegen das Kinn rammt und ihn dadurch dazu bringt, sich seine gottverdammte Zungenspitze abzubeißen während sich mit knirschendem Getöse vier Zähne aus ihrem Ursprungsort verabschieden.

Ich bin der, der ihn packt und auf den Bauch dreht, als er am Boden liegt.

Ich bin der, der seinen verfilzten, dreckigen Haarschopf packt und seine Drecksvisage immer und immer wieder in den Boden rammt. Es macht Gitsch! und Gotsch! und Blätsch! und Knarks!

Ich bin der, der ihm seine schlaffe Hand hinhält und seinen Namen dahinnuschelt. Mister Missing Link grinst erneut, zeigt mir seine 58 Zähne und haucht Sonja einen Kuss auf die Wange.

“Ich bin fertig da oben. Du hast hier unten alles erledigt?”

Sie nickt, dreht sich zu mir, lächelt mir zu.

“Also dann, vielleicht bis morgen.”

Ich nicke.

Sie verschwinden um die Ecke und ich höre Peter flüstern, dass er fassungslos darüber ist, dass sie gerade einen Typen mit Ständer in der Hose eingeladen haben. Die beiden kichern.

Als ich meine Wohnungstür schließe, tanzen Rasierklingen Sirtaki um meinen geschundenen Kopf. Ich kann sogar die verfickte Mandoline hören! Ich schließe meine Augen, um die Wut abklingen zu lassen.

Und sehe Sonja. Mein Herz setzt eine Sekunde lang aus. Ihr freundliches Gesicht. Ihre Sommersprossen. Ihre makellos weißen Zähne, die sie beim Lächeln entblößt. Den Schraubenzieher, den ich ihr ins Ohr gestoßen habe.

Und endlich entspanne ich mich.

Als ich meine Augen öffne, sind die Rasierklingen verschwunden.



Ort: Disko, Opfer: Jugendlicher, Verletzung: Mund/Nase, Weapon of Choice: Cocktailglas/Flasche
6. Mai 2009, 14:26
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“Schausu mein Freundin an?”

Ich bin in einer vollgepackten Disko. Echt zum bersten gefüllt. Keine Ahnung, wie ich hierher geraten bin. Eine Minute knalle ich mir noch massenhaft Vodkashots in einer leeren Spelunke ins Gesicht und plötzlich befinde ich mich in diesem Alptraum aus pubertierenden Scheißvisagen und solariumgebräunten, schwachköpfigen, blonden, kurzhaarigen Schulabbrechern mit Tribaltattoos auf ihren Unterarmen und jeder Menge Metall in ihren Arschgesichtern.

Die Musik donnert aus den Lautsprechern und ich bin mir nicht sicher, ob ich den Wichser richtig verstanden habe. Also beuge ich mich stirnrunzelnd zu ihm rüber und deute ihm mit meinem ausgestreckten Zeigefinger, das auf auf mein Ohr zeigt, er möge da hineinsprechen.

Er zeigt auf eine fettärschige Tussi mit zentimeterdicker Pampe in ihrer hässlichen Drecksvisage. Speckrollen hängen aus ihrer viel zu engen Plagiats-Jeanshose von Versace und über ihrem rosa String, der sich hart durch ihre Arschritze frisst, schimmert ein Arschgeweih von der Größe eines Hubschrauberlandeplatzes.

“Du hass mein Freundin angeschaut.”

Ich werfe erneut einen Blick auf seine Freundin und erbreche ein wenig in meinen Mund. Nachdem ich meinen Mageninhalt wieder heruntergeschluckt habe, schüttle ich wortlos meinen Kopf und drehe mich weg um den Schwachkopf und seine Mißgeburt von Freundin wieder zu vergessen. Seine schweissnasse Hand legt sich auf meine Schulter.

“He! He! Wo gestu? Bleib da..”

Da sind sie wieder, die Rasierklingen. Fliegen durch meine Schädeldecke und bilden wunderschöne, das Stroboskoplicht reflektierende, Muster über meinem Kopf. Ich drehe mich um und sehe dem Arschloch ins Gesicht. Er ist scheinbar nicht von hier, seine ganze Person schreit nach Balkan. Ist mir aber auch scheißegal, selbst wenn er ein blauäugiger, blonder Arierbengel wäre, würde ich den Hurensohn hassen. Er labert mich voll und gestikuliert erneut in Richtung seiner fettärschigen Freundin, die mir nur kurz einen gelangweilten Blick zuwirft.

Die Rasierklingen beginnen sich im Kreis über meinem Kopf zu drehen.

Er verlangt, dass ich mich bei ihr entschuldige.

Die Rasierklingen tanzen auf und ab.

Er verlangt, dass ich ihr für meine unfassbare Frechheit einen Drink bezahlen muss.

Die Rasierklingen drehen sich so schnell, dass das Licht, das sie reflektieren, eine Art Heiligenschein über meinem Kopf erzeugt.

Er verlangt, dass ich mal langsam in die Gänge kommen soll. Das alles verlangt er natürlich in perfekt gebrochenem Deutsch. Um seinen Forderungen Ausdruck zu verleihen, grinst er mich an und hebt das Glas Caipirinha an seinen Mund um einen Schluck zu nehmen. Es ist ein langes Coktailglas, in dem zerstoßenes Eis klimpert. Ich sehe den braunen Zucker darin und als er das Glas kippt, lächle ich ihn dankbar an.

Die Rasierklingen bleiben abrupt stehen. Der Heiligenschein verschwindet.

Im Bruchteil einer Sekunde schießt meine rechte Hand hervor und knallt mit dem Ballen auf den Boden des Glases, das sofort zerbirst. Knirschend bohren sich Glassplitter in seine Zunge und seine Wangen. Ich spüre, wie die Scherben über sein Zahnfleisch scheuern und ein verheerendes, blutiges Chaos anrichten. Eine rosa Wolke ausprustend macht der Schwachkopf einen Schritt retour. Ich packe ihn jedoch gleich, ziehe ihn zu mir her, schnappe mir eine leere Bierflasche von der Bar, drücke den Idioten am Hinterkopf hinunter und donnere ihm den Boden der Bierflasche senkrecht nach oben solange in seine widerliche Drecksvisage, bis mir dickflüssiger, roter Brei den Handrücken hinabrinnt. Lachend lasse ich daraufhin seinen Haarschopf los und wiege die Flasche in der Hand. Ich hätte nicht schlecht Lust, sie seiner Freundin in den Rachen zu stopfen. Die wackelt aber immer noch gelangweilt mit ihrem fetten Arsch und nimmt keine Notiz von uns.

Als ich die Bar verlasse, strömt mir kalte Luft entgegen. Gierig sauge ich sie ein, stecke die Hände in meine Jackentaschen und mache mich auf den Weg heim. Zu Fuß. Der Drink für die Schnalle und die Flasche Vodka plus vier Dosen Red Bull für ihren hirnlosen Wichserfreund haben ein Vermögen gekostet. Dadurch verbleiben mir noch satte € 2,80 in der Hosentasche. Zu wenig fürs Taxi.

Während ich durch frühen Morgenstunden schlendere und mir eine geistige Notiz mache, derartige Etablissements nie wieder aufzusuchen, beginnen die Vögel schlaftrunken zu zwitschern. Scheißviecher. Irgendwann werde ich sie alle abmurksen!

Ich lege einen Zahn zu und sehe, dass ich heim komme.



Ort: H&M, Opfer: Verkäufer, Verletzung: Auge, Weapon of Choice: Metall-Kleiderbügel
24. April 2009, 14:51
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Socken. Schwarze. Ich suche schwarze Socken. Die Dinger verkaufen sie hier im 10′er Pack um zehn Euro. Es ist Samstag und aus irgendeinem unerfindlichen Grund habe ich den Fehler gemacht, beim H&M auf der Mariahilferstraße einkaufen zu gehen. Nun laufe ich durch mehrere Etagen und suche nach den einzigen Socken, die ich tragen kann, ohne den Verstand zu verlieren. Der Typ, der diese Filiale entworfen hat, gehört enthauptet, von Übersicht nicht die geringste Spur. Ich hätte nicht schlecht Lust ihn zu besuchen, einen Hunderternagel mit einem Bunsenbrenner anzuheizen und in seine verfickten Augäpfel zu bohren.

Eine hässliche, schwarzhaarige Verkäuferin, deren Stringtanga aus ihrem fetten Arsch hängt schlurft an mir vorbei.

Wo denn die Socken sind, frage ich sie.

Ich soll in der Herrenabteilung fragen, antwortet sie.

Wo denn die Herrenabteilung sei, frage ich sie.

Ob ich denn lesen könne, antwortet sie und zeigt beim weggehen auf eine Tafel.

Mein Puls steigt auf 200, als ich mich mit geballten Fäusten der Tafel nähere die beschreibt, auf welcher Etage was verkauft wird. Ich befinde mich im Keller, in der Kinderabteilung. Die Herrensachen befinden sich im 2. Stock. Ich werfe noch einen Blick auf die Verkäuferin, die begonnen hat, Strampler zu sortieren, mache mir eine geistige Notiz, dass ich ihr bei der nächsten Gelegenheit die Haut mit einem stumpfen Messer abziehen und mir einen Gürtel draus schneidern werde und begebe mich zur Rolltreppe.

In der Herrenabteilung suche ich genervt nach den Socken, kann aber keine finden. Ich blicke mich suchend um und entdecke einen schwulen Verkäufer, der einem nicht minder schwul dreinblickenden Kollegen gackernd von seinem gestrigen Abend erzählt. Ich bin ziemlich sicher, dass ein 30cm Dildo mit Faustaufsatz und jede Menge Fäkalien erwähnt werden, nähere mich aber trotzdem mutig.

Wo denn die Socken sind, frage ich ihn.

Ich soll doch die Kollegen da drüben fragen, antwortet er.

Warum er mir denn die Antwort nicht geben kann, frage ich ihn.

Weil er gerade beschäftigt sei, antwortet er.

Gute Antwort. Gut genug, dass sich vor Wut ein blutroter Schleier vor meine Augen legt und mein Autopilot reinkickt.

Als ich den Verkäufer mit stahlhartem Griff am Genick packe, beginnt er zu kreischen wie ein Waschweib. Köpfe wirbeln in unsere Richtung, aber ich kann das, was jetzt kommt, nicht mehr abwenden. Ich drehe ihn herum und dresche meine Faust in sein Gesicht, bis seine Oberlippe an drei Stellen gespalten ist und in blutigen Fetzen aus seiner Drecksvisage hängt. Während um mich herum Leute in Panik kreischen, schnappe ich mir einen Metallbügel von einem Kleiderständer daneben, drehe ihn um und ramme dem Wichser die Spitze in sein rechtes Auge. Das Geräusch, das er dabei von sich gibt, als ich ihn am Metallbügel hochhebe und an seinem Scheiß-Auge am Kleiderständer aufhänge, erinnert mich an ein Buttermesser, das über einen Teller kratzt. Nur lauter. Irgendwie. Ich lache.

Ob er sonst noch was für mich tun könne, fragt er.

Ich blinzle kurz und schaue wohl äußerst dumm aus der Wäsche, denn er schiebt noch irgendeine dumme Meldung in Richtung seines Arschfickerfreundes und die beiden ziehen kichernd ab.

Nach scheinbar Stunden finde ich endlich die Socken. Rote, braune, gelbe, grüne und rosa Socken. Welcher hirnverbrannte Hurensohn trägt rosa Socken? Auf jeden Fall keine Spur von der schwarzen Sorte. Total runter mit den Nerven schlurfe ich zum Ausgang und schwöre mir hoch und heilig, dass ich diese gottverdammte Filiale dem Erdboden gleichmachen werde.

Ein Benzinkanister wird mir dabei helfen.

Und Streichhölzer.

Versprochen.



Ort: Straße, Opfer: keines, Verletzung: keine, Weapon of Choice: keine
14. April 2009, 16:39
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Stirnrunzelnd stapfe ich den Gehsteig entlang. Die Hände zu granitharten Fäusten geballt hoffe ich, dass mich irgendeiner dieser schwachköpfigen Hurenkinder von Passanten dumm anmacht. Anspricht. Anlächelt. Ansieht. Auf drei Meter nähert. Mir einen Grund gibt, mich mit meinen blanken Zähnen in ihren gottverdammten Gesichtern zu verbeissen. Bis ich auf Knorpel, Blut und KNochen stoße.

An einer roten Ampel bleibe ich stehen. Autos strömen lärmend von links nach rechts, ich will ihnen auf die Kühlerhauben springen und ihren Lack mit meinen Nägel zerkratzen. Mir die Lacksplitter unter die Nägel treiben, bis das Blut fontänenartig aus meinen Fingerspitzen spritzt und der Schmerz wie ein guter, alter Bekannter auftaucht um mich auf ein Bier einzuladen. Oder einen Vodka. Vodka ist besser.

Es wird grün und ich überquere den Zebrastreifen. Niemand nimmt Notiz von mir. Wieder einmal spuckt mir das Wetter in die Suppe. Alles hüpft verzückt durch die Gegend, froh, den beschissenen Winter endlich hinter sich zu lassen. Es hat kaum 15 Grad, aber nahezu alle Frauen lassen ihre Ärsche und Titten aus ihrer Kleidung hängen, als wäre Hochsommer. Die Wolken reiben sich am Himmel aneinander, bißchen Wolkenpetting, und entscheiden sich schließlich, einfach auseinanderzudriften.

Und dann kommt die Sonne.

Die. Gelbe. Sau.

Ich bleibe einfach stehen. Schließe meine Augen. Sehe orange und rote Farbschlieren durch meine geschlossenen Augenlider. Ich frage mich, wie lange es dauern würde bis ich erblinde, wenn ich mir die Dinger mit einem Messer absäbeln würde um direkt in die Sonne zu sehen. Ich könnte ein wenig darauf rumkauen. Wie so Augenlider wohl schmecken? Angewidert verziehe ich den Mund. Ich könnte schon kotzen, wenn ich ein Haar in meinem Essen sehe, geschweige denn eine ganze Reihe Wimpern auf meinem beschissenen Augenlid. Die Sonne wärmt mein Gesicht. Irgendwie fühlt es sich gut an.

Irgendwie will ich weitergehen. Mich wieder meiner Wut hingeben. Hassen. Aber ich klebe fest. Menschenmassen umschiffen mich und kein einziger sagt auch nur ein Wort. Niemand schreit ich soll mich verpissen, niemand rempelt mich an, keiner grunzt verächtlich. Als ich feststelle, dass ich das Sonnenlicht genieße, öffnen sich meine Hände. Ich spüre, wie Blut aus den winzigen, klaffenden Wunden tropft, die meine langen Fingernägel in meinen Handflächen hinterlassen haben. Das Blut rinnt über meine Finger bis zu den Spitzen, wo es sich kurz sammelt um kurz darauf tropfenförmig seinen Weg nach unten zu bahnen. Plip! Ich lächle.

Als sich die Wolken wieder zusammenschieben um die Sonne zu verdecken, öffne ich meine Augen. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie lange ich mit geschlossenen Augen an dieser Straßenecke gestanden habe. Es ist mir auch scheißegal. Als ich auf meine Handflächen sehe, bemerke ich, dass sie nicht mehr bluten. Ich atme einmal tief durch und gehe weiter.

Irgendwie fühl ich mich gut. Ich blende alles um mich herum aus und genieße den Frieden.

Wie ich mich kenne, wird mich die Realität bald einholen. Bis dahin sollten meine halbmondförmigen Wunden in meiner Hand schöne Krusten gebildet haben, die es wert sind, mit dreckigen Fingernägeln durchgestoßen zu werden.



Physiktest, Schule, 1986
8. April 2009, 09:17
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“Erklär mir den Unterschied zwischen einer Konvex- und einer Konkavlinse.”

Ich blinzle, als mir ein Schweißtropfen ins offene Auge rinnt. Es ist Ende Mai, heiß und ich stehe an der Tafel, wo mir meine Physiklehrerin gleich zu Beginn meiner mündlichen Prüfung zwischen vier und fünf unmißverständlich zu verstehen gibt, dass sie mich allemachen wird.

Mein Blick wandert seitlich an der Wand hoch und bleibt am Vorhang hängen. Konkavlinsen. Konvexlinsen. Eine von den beiden ist nach außen gewölbt, die andere nach innen. Der Teufel soll mich holen, wenn ich weiß, welche wie aussieht.

“Ich warte.”

Schweiß strömt weiter aus meinen Poren und rinnt mir den Rücken herab. Ich senke meinen Blick, sehe meiner Lehrerein ins Gesicht und versuche herauszufinden, was ich getan haben könnte, um sie gegen mich aufzubringen. Das Weib kann mich auf den Tod nicht ausstehen. Ich öffne den Mund um wenigstens irgendetwas von mir zu geben, doch ehe ich einen Mucks machen kann, knallt sie ihre flache Hand auf den Lehrertisch.

“Das ist doch wirklich unglaublich! Du kannst nicht einmal die einfachsten Fragen beantworten! Setz dich! Nicht genügend!”

Überrascht sehe ich auf meine Digitaluhr. Um 10.56 bin ich zur Tafel rausgetreten, jetzt ist es 10.58. Das dürfte neuer Weltrekord sein. Die Hände zu Fäusten geballt verlasse ich das Pult und schlurfe zu meinem Platz retour. Einige meiner Klassenkollegen werfen mir mitleidige Blicke zu, andere lachen mich stumm aus. Ich erreiche meinen Tisch und setze mich langsam hin. Die ganze Zeit über höre ich die Stimme meiner Physiklehrerin, die sich darüber ausläßt, wie asozial es nicht ist, unvorbereitet zu einer mündlichen Prüfung anzutreten.

Ich würde ihr gerne weh tun. Meine Hand wandert ins Fach wo meine Finger das Aluminium-Lineal finden.

Sie hält allen einen Vortrag darüber, dass eine gründliche Vorbereitung auf Prüfungen oder Schularbeiten unabkömmlich seien, um eine Klasse positiv abzuschließen. Dass ich ein lebendes Beispiel dafür sei, wie sie es ganz bestimmt nicht machen sollen.

Ich würde ihr gerne mit diesem Lineal solange ins Gesicht dreschen, bis ihr die Haut in Fetzen runterhängt.

Sie schimpft, was für ein schlechter Schüler ich sei. Dass sie es eigentlich gar nicht fassen kann, wie ich es überhaupt in die dritte Klasse geschafft habe. Dass ich noch nie eine Prüfung bei ihr positiver als “Genügend” abgeschlossen habe. Um das zu unterstreichen, sieht sie in ihren Unterlagen nach und nickt bestätigend, als sie meine Noten findet.

Ich würde gerne schreien. Einfach schreien, bis ich nicht mehr kann. Diese Frau hat vor mich fertigzumachen. Und so wie es aussieht, wird sie es auch schaffen.

Ich will schreien, weil ich dem nichts entgegenzusetzen habe.

Ich will schreien, weil ich sie so abgrundtief hasse, aber genau weiß, dass ich nichts gegen sie unternehmen kann.

Ich will schreien, weil ich das alles hier hasse, aber gefangen bin. In meinem Leben. Mit all diesen Arschlöchern.

Müde lehne ich mich zurück und schließe die Augen. Während  die Lehrerin weiter schwadroniert was für ein Versager ich bin, denke ich mir Wege aus, ihr Schmerzen zuzufügen.

Unzählige Varianten, sie bluten zu lassen.

Sie zum Schreien zu bringen.

Das beruhigt mich und blendet ihre verhasste Stimme aus.

Und irgendwann lächle ich.



Ort: Kino, Opfer: Kinobesucher, Verletzung: Kopf, Weapon of Choice: Kinositz/Kreditkarte
6. April 2009, 10:14
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Der Typ hängt an den Armen von einer Kette. Ein fetter, indischer Polizist hängt ihm Stromkabel an die Zehen und betätigt einen Schalter. Es machtz “BRRRZZTT! BZZZZTRT!”, der Schwachkopf an der Kette biegt sich durch und ich lächle dankbar. Der Film verspricht nett zu werden. Ich drücke mich in meinem Kinosessel und greife mir eine Handvoll Popcorn und stopfe sie mir in den Mund.

Vor mir sitzten ein paar Schwachköpfe, denen die Szene scheinbar auch gefällt. Einer von den hirnlosen Wichsern beginnt zu gackern und kriegt sich überhaupt nicht mehr ein. Ich runzle die Stirn und zermahle ungepoppte Maiskörner zwischen meinen Backenzähnen. Rasierklingen schweben über die Leinwand.

Es gibt einen guten Grund, warum ich fast ausschließlich nachmittags ins Kino gehe. Die ganzen abgefuckten Jugendlichen und deren arschgesichtige Freundinnen halten es für überaus uncool sich um diese Uhrzeit einen Film reinzuknallen. Dennoch haben es diese Mißgeburten da in den gleichen Saal wie ich geschafft. Ich spüre, wie sich meine Augenbrauen zusammenschieben und wie angekleistert in dieser Position verharren. Der Scheißkerl sollte echt das Maul halten. Ich meine, echt. Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es Wichser, die im Kino ihr Maul nicht halten können. Da zucke ich echt aus. Ohne Scheiß. Ich meine, ich zucke so schon oft aus, aber im Kino kann ich echt ungemütlich werden. Ich kann mich gar nicht mehr auf den Film konzentrieren, das Hurenkind hält seine Schnauze nicht. Erzählt der Tussi neben sich, was er gestern Abend getrieben hat.

Tu das nicht. Sei still.

Die Alte neben ihm kichert. Der Typ beginnt erneut zu gackern. Meine Blicke wandern von der Leinwand zum Hinterkopf des Idioten und retour. Ich will mir den Film ansehen. Ich will echt. Er kann einfach sein Maul nicht halten. Die Alte kichert. Er gackert. Popcorn fliegt durch die Luft. Jemand hinter mir zischt. Ein Handy läutet. Jemand seufzt laut. Auf der Leinwand werden dem Typen die Stromkabeln von den Zehen gezogen, er spuckt Blut. Ich freue mich. Der Typ steht auf und klopft sich Popcorn von der Hose. Er gackert. Die Alte kichert. Seine Freunde lachen.

Ich. Verliere. Den. Verstand.

Innerhalb einer Sekunde springe ich ihn mittels Hechtrolle von hinten an und hänge mich an seinen Rücken wie ein Monchichi Äffchen. Er beginnt zu quietschen und zu kreischen. Seine Freundein macht Yaaaayyy! Yaaaaayy! Ich springe von seinem Rücken, packe seinen Haarschopf mit den rechten Hand und donnere seine unnötige Visage gegen die Sitzreihe vor ihm. Mit jedem Schlag hört sich das dadurch verursachte Geräusch matschiger an. Als ich mir sicher bin, dass ich seine widerliche Drecksfresse in Kartoffelpürree verwandelt habe, stoße ich ihn mit dem Bauch auf die Stiegen. Einige Leute haben den Saal kreischend verlassen, andere stehen auf den Sitzen und klatschen johlend Beifall.

Du Arschloch! Ich hab’s dir gesagt!

Ich fasse in meine Hosentasche, ziehe mein Geldbörserl hervor, öffne es und entnehme meine Kreditkarte.

Du Wichser! Konntest einfach nicht die Schnauze halten, oder?

Der Typ stöhnt und spuckt blubbernd Blut aus. Ich packe erneut seinen fettigen, schwarzen Haarschopf und biege seinen Kopf so weit ich kann nach hinten. Er beginnt zu brüllen.

Du Hurenkind! Das hast du jetzt davon!

Mit der linken Hand säble ich mit der scharfen Kante meiner Kreditkarte in die Haut unter seinem Haaransatz. Mit einem schmatzenden Geräusch klafft ein Schlitz auf und sein Skalp löst sich, scharf Luft einsaugend, von seiner beschissenen Schädeldecke. Erstaunlich, wie wenig Blut fließt. Ich säbel ein paar mal hin und her, bis ich mir sicher bin, dass kein plastischer Chirurg diese Sauerei wieder hinbekommen kann, ziehe ein letztes mal ruckartig am Skalp, wodurch die Haut an den Seiten grausam einreisst und stehe schließlich auf. Der Typ ist erledigt.

Als ich mich umdrehe, steht seine Alte da und sieht mich mit großen Augen an. Ihr offener Mund sieht aus wie ein geweitetes Arschloch nach Analsex. Ich zeige mit der blutigen Kreditkarte auf sie und lache sie minutenlang aus.

Sie findet es nicht witzig.

Schlecht gelaunt verlasse ich das Kino. Was für eine himmelschreiende Scheiße! Erst diese Schwachköpfe und dann entpuppt sich der Film auch noch als miese “Alles wird gut”-Scheiße. Wie um alles in der Welt konnte dieser Dreck soviele Oscars einfahren? Kopfschüttelnd gehe ich die Straße entlang und fasse den Entschluß, mir daheim noch eine DVD reinzuknallen. Irgendwas, was mich beruhigt. Auf andere Gedanken bringt. Mich wieder runterkommen lässt. Eine Doku über John Wayne Gacy zum Beispiel. Oder den zweiten Weltkrieg. Oder das Abschlachten von süßen, felligen, kleinen Seerobbenbabies für die Pelzindustrie. Genau die richtige Wahl!

Mit einem sehnsüchtigen Lächeln im Gesicht beschleunige ich meine Schritte und vergesse den Kinonachmittag schnell wieder.

Mein Abendprogramm wird mich dafür entschädigen. Davon bin ich überzeugt.



Ort: Nachbarwohnung, Opfer: Bauarbeiter, Verletzung: Stirn/Hals/Oberschenkel/Kniescheibe, Weapon of Choice: Bohrer
3. April 2009, 13:50
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Die Brüste der Blondine glänzen ölig in der Sonne. Mit einem lüsternen Grinsen kommt sie näher und rubbelt sich ihre Nippel hart. Zutiefst erregt stelle ich fest, dass sie sich die Schambehaarung abrasiert hat. Ihre Spalte sieht aus wie Roberto Blancos Mund, nur vertikal gedreht. Als sie vor mir steht, greife ich ihr mit einer Hand zwischen die Beine und mit der anderen an ihre linke Brust. Sie macht ein erschrockenes Gesicht, öffnet ihren Mund und unter ohrenbetäubendem Getöse bröckeln ihr Verputz, Beton und kleine Steinchen aus dem Mund.

Mit einem lauten Grunzer wache ich auf. Scheiße! Das Geräusch ist immer noch da. Es rattert und rumpelt und ist nicht auszuhalten. Zwischen meinen Beinen steht die Decke kerzengerade nach oben. Fünf Sekunden lang. Ich bekomme gerade noch mit, wie mein Teil so rasch verblüht wie ein Schneeglöckchen in der verfickten Mojave Wüste.

Ich springe aus dem Bett und gehe zum Fenster. Das Gerüst vor meinem Fenster erinnert mich daran, dass ein paar hirnlose Arschficker immer noch damit beschäftigt sind, die Hausfassade herzurichten. Weiß der Teufel, was die so lange treiben. Das Rattern wird lauter. Und weiß der Teufel, was das Hurenkind in aller Herrgottsfrüh in der Wand rumbohrt! Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es 7.13 Uhr ist. Jaleckmichdochamarschdugottlosehurevonbagdad!

Ich öffne das Fenster, beuge mich heraus, sehe nach links und kriege gerade noch mit, wie ein Bauarbeiter durch ein Fenster in die Nebenwohnung steigt. Was zum Geier geht da ab? Ehe ich ihm zurufen kann, dass ich seine Mutter kaltmachen werde, rattert es auch schon wieder los und klitzekleine Stückchen Wahnsinn purzeln von meiner Schädeldecke ins Innere meines Kopfes. Wie in einem Film sehe ich, was danach passiert…

AUSSEN – TAG – FASSADE

K. springt durch das offene Fenster auf das Gerüst, Wahnsinn entstellt seine Züge. Er läuft vier Schritte und macht eine Hechtrolle ins geöffnete Nachbarfenster, wo sich DRAGAN S. gerade gegen einen Bohrer stemmt, der in der Wand steckt.

INNEN – TAG – NACHBARWOHNUNG

K. rappelt sich auf und unterläßt es demonstrativ, sich den Staub vom Pyjama zu klopfen. Er hebt seine rechte Hand und zeigt dem Bauarbeiter den Mittelfinger.

K.
Dir haben’s wohl ins Hirn geschissen!

DRAGAN S. (überrascht)
Was? Kommsu durch Fenster?!

K. mach drei Schritte auf ihn zu und knallt ihim seine Faust ins Gesicht. Dragan S. läßt den Bohrer los, der polternd zu Boden fällt.

DRAGAN S.
Ui, jebemti!

Ehe Dragan “Kollektivvertrag” auf serbisch sagen kann, hat ihm K. das Knie in die Weichteile gewuchtet. Fluchend sackt er zusammen. K. dreht sich um, hebt den Bohrer auf und betätigt ihn zweimal um sich zu vergewissern, dass das Ding noch funktionstüchtig ist. Es macht SIUUUUU, SIUUUU!

DRAGAN S.
Du biss Varrickte!

K. nähert sich mit hämischem Grinsen. Dragan S. weicht zurück zur Wand.

DRAGAN S.
Du biss Pisskopat!

K. schaltet den Bohrer ein, steigt mit dem linken Fuß auf den Hals des Bauarbeiters und drückt ihn so zu Boden. Er schreit und blubbert und brabbelt.

DRAGAN S.
AIIIIIII, BLBLBL, BRRRRRBBRBRRR….

Der Bohrer versinkt in seiner Stirn. Als K. ihn herauszieht, spritzt eine rote Fontäne aus der Öffnung. K. lacht ausgiebig. Dragan S. verstummt sofort.
Der Bohrer versinkt in seinem Hals. Die Knorpel der Luft- und Speiseröhre verfangen sich im Gewinde des Metals und reissen so ein riesiges Loch ins Gewebe.
Der Bohrer versinkt in seinem Oberschenkel. Es macht ein schmatzendes Geräusch. Es sieht aus, als würde sich der Bauarbeiter vollpissen.
Der Bohrer versinkt in seiner Kniescheibe. K. lacht herzlich als er daran denken muss, dass Dragan S. nun der einzige Bauarbeiter weltweit mit einem Loch im Knie ist.

INNEN – TAG – STIEGENHAUS

K. verläßt die Nachbarwohnung, schließt die Tür und geht zu seinem Appartment. Das Lächeln auf seinem Gesicht verschwindet schlagartig, als ihm klar wird, dass er in Shirt und Pyjama vor seiner Wohnungstür steht und keine Schlüssel einstecken hat.

Fluchend wird mir klar, dass ich nicht mal Schlapfen anhabe! In der Nebenwohnung dröhnt der Bohrer immer noch, das Arschloch hört mich einfach nicht. Ich mache eine gedankliche Notiz, meine Tür so einzurichten, dass sie hinter mir nicht mehr ins Schloß fallen kann. Seufzend gehe ich zur Nachbarstür und warte darauf, dass das Bohren und Hämmern aufhört. Da drin liegen bestimmt jede Menge Werkzeuge herum. Ein Teppichmesser vielleicht, eine Feile oder gar ein Bolzenschneider?

Während der Unglückliche sich hinter der verschlossenen Tür weiter in sein Verderben bohrt, lehne ich mich mit dem Kopf an die Tür, schließe die Augen und beginne zu lächeln.

Du kannst nicht ewig weiterbohren. Irgendwann wirst du du es sein lassen und mein Klopfen hören.

Und dann werden wir Spaß haben.

Jede Menge.



Ort: Markt, Opfer: Security/Tonmann, Verletzung: Augen/Kopf/Hoden/Finger, Weapon of Choice: Mikrofon
29. März 2009, 23:19
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Eine Leberkässemmel. Mit Senf. Zwiebelsenf. Nicht den Tubenscheiß. Richtigen Estragonsenf mit fein geschnittenen Zwiebeln versetzt. Während ich über die Straße husche, schießt mir das Wasser derart aus meinen Speicheldrüsen, dass ich fast daran ertrinke. Ich spucke auf einen pissgelben Passat, den irgendein Schwachkopf im Halteverbot abgestellt hat und überlege kurz, ob ich der Dreckskarre die Antenne abbrechen soll. Nein, mein Magen schimpft mich einen abgefuckten Hurensohn und die Leberkässemmel manifestiert sich wieder in meinem Kopf. Eine richtig fette Scheibe Leberkäse, mindestens zwei Finger dick. Mit Zwiebelsenf.

Ich erreiche das Marktgelände und lenke meine Schritte zielsicher um die Ecke, als mir ein Kasten von einem Typ den Weg versperrt.

“Halt.”

Er ruft es nicht. Er sagt es nicht mal mit normaler Stimme, vielmehr seufzt er es in meine Richtung. Es klingt wie ein Furz, der zwischen halbseiden zusammengekniffenen Arschbacken herausschleicht um mal nach dem Rechten zu sehen.

Da vorne ist der Imbißstand! Ich kann ihn riechen! Der Scheißtyp steht mit verschränkten Armen vor einer Absperrung und deutet über seine Schulter nach hinten.

“Kannst da nicht durch. Dreharbeiten.”

Ich sehe an ihm vorbei und erkenne tatsächlich ein Set. Eine arschgesichtige Filmcrew wuselt herum, während ein arschgesichtiger Regisseur allen Anwesenden zu verstehen gibt, dass er diese Scheiße eigentlich gar nicht nötig hätte, während arschgesichtige Darsteller abseits stehen, rauchen, sich ihre Arschgesichter von arschgesichtigen Maskenbildnern pudern lassen und sich über das Arschgesicht Federico Fellini unterhalten. Ich will ihnen allen auf der Stelle die Halsschlagadern mit einer abgebrochenen Colaflasche zerfetzen.

“Ich hol mir nur schnell was zu essen.”, gebe ich dem Fleischberg eine letzte Chance.

Er schüttelt den Kopf und macht mit der Hand eine Bewegung, als würde er eine Fliege verscheuchen.

“Verpiss dich.”

Ich. Soll. Mich. Verpissen.

Gerade in dieser Sekunde latscht ein arschgesichtiger Tontyp vorbei mit einem felligen Riesenmikrofon und deutet mit dem Zeigefinger in meine Richtung. Ehe er “Analsex!” rufen kann, habe ich ihm die Stange, an der das Teil befestigt ist, aus der Hand gerissen.

Er macht “Ey!”, ich trete ihm in die Eier.
Er macht “Uy!”, geht zusammen und ich donnere ihm mein Knie in die Fresse.
Er macht “Urcks!” und landet furzend auf seinem Arsch.
Er seufzt und verliert auf überaus schwule Art und Weise das Bewußtsein.

Währenddessen hat der Fleischberg einen Schritt in meine Richtung gemacht. Ich habe das Mikrofon von der Stange gerissen, das Fell abgemacht und als das Hurenkind den nächsten Schritt auf mich zumacht, halte ich das Scheißteil von AKG wie ein Messer in meiner Hand und wuchte es mit der Spitze nach vorne in die rechte Augenhöhle von Bigfoot. Mit einem schmatzenden Geräusch gräbt sich das silbern geflochtene Material in die Matschbirne von dem Schwachkopf. Das ging ja leichter, als ich dachte! Er gibt etwas von sich, das nach “Warrruummmmm?” klingt und schafft es doch tatsächlich seine rechte Riesenpranke um meinen Hals zu legen. Ich ziehe das Mikrofon aus seinem Kopf, ein Schwall Blut spritzt aus der offenen Wunde und ehe die Mißgeburt “Braille” buchstabieren kann, habe ich die Spitze in seinem linken Auge versenkt. Er lässt mich los und scheint sich zu fragen, was zum Teufel eigentlich schiefgegangen ist. Ich könnte es ihm sagen, aber stattdessen trete ich auch ihm in die Eier. Er grunzt, überlegt kurz und donnert anschließend zu Boden. Als sein Kopf auf dem Beton aufschlägt, treibt er die Spitze des Mikrofons durch seinen Hinterkopf. Ein modernes Kunstwerk aus Blut, Hirn und Knochen. Ich lache ihn aus und drehe mich zu dem Tontypen um. Dieser liegt immer noch bewußtlos am Boden. Ich gehe zu ihm hin, schnappe mir seinen rechten Zeigefinger und biege ihn kurzerhand 180 Grad in Richtung Handrücken. Es knirscht und der Typ seufzt erneut. Ich spucke ihm auf den Kopf und gehe schließlich.

Das Knurren in meinem Magen bringt mich zur Verzweiflung. Mit finsterer Miene stehe ich an der gegenüberliegenden Straßenseite und beobachte die Filmcrew, wie sie ihre Arbeit verrichtet. So wie es aussieht, wird das wohl noch einige Stunden in Anspruch nehmen. Dabei könnte ich so schnell rein und raus. Sie drehen ja auch kaum etwas. In den Pausen könnte ich Dutzende Leberkässemmeln kaufen. Aber nein.

Ich hasse sie. Alle. Passanten lungern vor dem Set herum und schauen aufgeregt zu, tuscheln miteinander und einige Hirnlose haben sogar den Nerv die arschgesichtigen Darsteller nach Autogrammen zu fragen. Kopfschüttelnd und mit geballten Fäusten wende ich mich schließlich von der Szenerie ab und gehe auf dem gleichen Weg retour, auf dem ich gekommen bin.

Als ich an dem pissgelben Passat vorbeikomme, bleibe ich stehen, breche die Antenne ab und gehe weiter. Das Ding fühlt sich gut an in meiner Hand. Ich frage mich wie es sich anfühlen würde wenn ich damit auf ein Gesicht eindreschen würde. Sofort verbessert sich meine Laune. Grinsend und die Antenne schwingend spaziere ich die Straße entlang und denke an meine Leberkässemmel.

Mit Senf. Zwiebelsenf.

Nicht den Tubenscheiß.



Ort: Ordination, Opfer: Arzt, Verletzung: Finger, Weapon of Choice: Hand
25. März 2009, 16:56
Einsortiert unter: Psycho Stories

Meine Wirbelsäule bringt mich um. Verkrampft sitze ich auf einem Stuhl in einem Wartezimmer, umgeben von stinkenden, hirnlosen, verkrüppelten Idioten, die mich anwidern. Ein dumpfes Pochen geht von meinem Rücken aus, ich könnte vor Wut losheulen. Ich werfe allen finstere Blicke zu, doch keiner scheint auch nur im geringsten Notiz von mir zu nehmen. Jeder konzentriert sich auf seinen eigenen Schmerz. Ich könnte sie alle erlösen. Jetzt gleich, an Ort und Stelle. Ich lasse meinen Blick durch das Zimmer gleiten und entdecke einen Zeitschriftenständer aus Plexiglas. Auseinandergebrochen würde das eine großartige Waffe abgeben, mit der ich diesem Abschaum hier den Gnadenstoß geben könnte. Ehe ich aufstehen und der Drecksbagage den Rest geben kann, öffnet sich die Tür zum Behandlungsraum und der Onkel Doktor bittet den nächsten herein. Das bin ich. Ich stehe grunzend auf, drehe mich um, lache alle aus und folge dem Arzt durch die Tür.

Ich erstarre kurz, als ich ihn erblicke. Ich will auf der Stelle tot umfallen, wenn mich der Wichser nicht an eine Figur aus einem KZ erinnert. Auf Hochglanz polierte Glatze, runde Nickelbrillen, schmallippiges Scheißgesicht und blitzsauberer, schneeweißer Kittel. Ich frage mich, ob er seine rote Schleife mit dem Hakenkreuz darunter trägt. Keine Frage, ich hasse ihn auf der Stelle.

Er fragt, was los ist, ich sage es ihm.

Er stellt mir ein paar beknackte Fragen, ich beantworte sie ihm und frage mich, was der Scheiß soll.

Er bittet mich, mich auf einen Stuhl zu setzen und mich zu entspannen. Mißtrauisch setze ich mich auf den Drehstuhl, von entspannen kann jedoch keine Rede sein. Wenn der Wichser eine falsche Bewegung macht, breche ihm seine gottverdammten Finger!

Dr. Tod kommt um seinen Tisch herum und stellt sich hinter mich. Er schiebt seine Arme unter meine Achseln und ehe ich ihn warnen kann, ja keinen Scheiß zu versuchen, hebt er mich ruckartig hoch und meine Wirbelsäule verwandelt sich innerhalb einer Zehntelsekunde in ein flammendes Inferno aus Schmerzen. Ich brülle wie am Spieß, schüttle ihn ab, schnappe den Drehstuhl, zieh ihm das Ding über den Kopf, wobei eine Kante eine wunderschöne Platzwunde auf seiner Glatze erzeugt. Blut spritzt, ich begrüße es wie einen alten Freund. Blubbern und quietschend gleitet der Sack zu Boden. Ich schnappe mir seine rechte Hand und nehme seinen kleinen Finger zwischen meinen Daumen und Zeigefinger.

“Eins!” Mit einem lustigen “Knacks!” breche ich ihm den kleinen Finger. Er quiekt.
“Zwei!” Mit einem derben “Knircks!” breche ich ihm den Ringfinger. Er grunzt.
“Drei!” Mit einem fröhlichen “Krunck!” breche ich ihm den Mittelfinger. Er seufzt.
“Vier!” Mit einem lauten “Knörps!” breche ich ihm den Zeigefinger. Er zischt.
“Fünf!” Mit einem frechen “Knnaaarcckkks!” breche ich ihm den Daumen. Er zuckt.

Die gleiche Show ziehe ich in umgekehrter Reihenfolge mit seiner linken Hand ab. 6, 7, 8, 9 und 10! Fertig, auswischen!

Er liegt nur mehr da und rührt sich nicht. Ich stehe auf und spucke ihm auf seine Glatze. Gerade als ich ihm meinen Schuh in die Seite wuchten will, fällt mir auf, dass mein Rücken nicht mehr weh tut. Hm. Scheiße, der Arsch scheint mir den Rücken tatsächlich eingerenkt zu haben. Ich drehe mich zwei Sekunden ratlos um die eigene Achse und mache schließlich, dass ich verschwinde.

Im Vorraum schnappe ich mir, nachdem ich mir die Tränen aus den Augenwinkeln gewischt habe, das Rezept, das mir die hässliche Sprechstundenhilfe hinhält und verlasse die Ordination. Hinter mir lacht jemand.

Lacht nur, ihr Schweine. Lacht, solange ihr noch könnt.

Wenn ich mit euch fertig bin, werden Tränen fließen.

Jede Menge.



Ort: Spar, Opfer: Wurstfachverkäuferin, Verletzung: Gesicht, Weapon of Choice: Wurstschneidemaschine
24. März 2009, 10:21
Einsortiert unter: Psycho Stories

Zombies! Die sehen alle aus wie hirnlose Zombies! Ich stehe beim Spar an der Wursttheke und betrachte die Arschgesichter um mich herum. Kopfschüttelnd frage ich mich, warum uns nicht irgendein größenwahnsinniger, asiatischer Diktator mit Modetick allesamt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Atomsprengköpfen ins Nirvana pustet. Einen Druck auf den roten Knopf und ich müßte mir nicht tagtäglich die Frage stellen, was die Scheiße hier eigentlich soll. Nun, ich schätze, soviel Glück habe ich einfach nicht.

Eine blauhaarige, alte Schachtel steht vor mir und schikaniert die debil aussehende Wurstfachverkäuferin bis aufs Blut. Ich hätte nicht schlecht Lust, ihr eine ungarische Salami durch ihren alten Schädel zu rammen. Würde bestimmt ein lustiges Geräusch machen und ein großartiges Bild abgeben. Ich ertappe mich dabei, wie ich grinse.

Endlich verzieht sich die Leiche vor mir und ich bin dran. Mit nasaler Stimme fragt mich das pausbackige Schweinchen hinterm Tresen was ich denn gerne hätte.

Ich bestelle 10 dag Serrano Schinken. Sie knallt einen Haufen davon auf die Waage.

“17 dürfen’s sein?”

Ich blinzle kurz. Daraufhin erkläre ich ihr, dass ich 10 dag wollte. Nicht 8, nicht 11 und nicht 17. Gewitterwolken brauen sich 23 cm über meinem Kopf zusammen.

Sie grunzt genervt und stochert mit ihrem Besteck auf dem Haufen herum. Sie schnappt sich ein paar Blatt und pfeffert diese in die Theke zurück. Die Waage zeigt 13 dag.

Ehe sie das Papier zusammenknüllen kann, weise ich sie erneut daraf hin, dass ich 10 dag wollte. Nicht 8, nicht 11 und nicht 13. Ein Ziehen in meiner Magengrube bringt mich dazu, mich zu versteifen. Ich balle meine Hände zu Fäusten.

Sie offnet das Papier und schnappt mit bloßen Fingern ein paar Blatt Schinken, die sie zum Rest in der Theke wirft. Die Waage zeigt 9 dag.

Ehe sie mir irgendeine Scheiße zugrunzen kann, bin ich über den Tresen gesprungen habe ich meine Faust in ihre hässliche Visage gedonnert und sie am Nacken gepackt.

“Was habe ich gesagt?”, frage ich sie, während sie beschließt, wie ein abgestochenes Schwein zu quieken.

“Wieviel dag wollte ich?”

Kunden laufen kreischend weg und wedeln dabei mit ihren Armen. Ohne eine Antwort abzuwarten, schalte ich die Wurstschneidemaschine ein, drehe sie auf die höchste Stufe und ehe Schweinchen Dick auch nur “Intelligenzquotient” sagen kann, habe ich ihre Scheißvisage in die rotierende Klinge gedrückt. Es macht ein lustiges Geräusch, als sich das geschliffene Metall seinen Weg durch das Gesicht der Wurstfachverkäuferin bahnt und Blut zischend in alle Richtungen spritzt. Ich könnte einen Moment lang schwören, dass sie dabei “Edelweiß” von der Familie Trapp singt. Ich könnte mich aber auch irren. Während der Apparat schmatzend Scheiben ihres Arschgesichtes abschneidet, amüsiere ich mich köstlich und drücke ihren Nacken immer fester in die Klinge. Was für ein Spaß!

Ohne mich noch einmal zu fragen, knallt mir das Schweinegesicht den verpackten Schinken hin und widmet sich dem nächsten Kunden. Ich nehme das Päckchen Serrano Schinken und mache mich, nachdem ich mir auch noch zwei Semmeln geholt habe, in Richtung Kassa auf.

Nachdem ich mich an der Kassaschlange davon überzeugt habe, dass niemand nervende Geräusche mit seinen Fingernägeln macht, überlege ich, was ich heute zu Abend essen könnte. Ein fieses Grinsen huscht über mein Gesicht. Schweinsbraten! Schweinsbraten klingt großartig!

Und ich habe schon eine ganz ausgezeichnete Idee, wo ich das Fleisch herbekomme.




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